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Torten für Referent und Gastgeber (v. l.): Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger, Raiba-Chef Christian Berther, Handwerk-Präsident Franz-Xaver Peteranderl und Bäcker-Obermeister Franz Gruber. 

Kreishandwerksempfang 

Erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz

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Das Handwerk im Landkreis Erding hat nicht nur ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Auch 2017 soll ertragreich werden. „Kein Grund zum Jammern“, meinte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger beim Jahresempfang – und wählte dann doch teils sehr deutliche Worte.

Altenerding – Weit über 100 Vertreter aus Wirtschaft, Bildung, Politik und Behörden blickten beim Kreishandwerksempfang am Sonntag im Saal der Raiffeisenbank Erding auf die Banner: „Das Handwerk, die Wirtschaftsmacht von nebenan“ und „Willkommen im Zentrum der Deutschen Wirtschaft“. Entsprechend gute Zahlen bekamen sie zu hören. Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger berichtete, dass das Handwerk im Landkreis voriges Jahr erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz erzielt habe. In den 2487 Betrieben fänden 9200 Menschen Arbeit. 761 junge Handwerker seien in Ausbildung, 251 neue Lehrlinge seien 2016 eingestellt worden. Jeder fünfte Beschäftigte im Kreis Erding verdient sein Geld laut Waxenberger im Handwerk.

Die Zahlen für München und Oberbayern steuerte Franz-Xaver Peteranderl bei. Der Präsident der Handwerkskammer München-Oberbayern war als Hauptreferent geladen. 2016 habe das Handwerk einen Gesamtumsatz von 36,9 Milliarden Euro erzielt, 1,7 Prozent mehr als 2015. Allerdings sei die Zahl der Betriebe geringfügig auf 79 430 zurückgegangen. „In Erding findet aber noch Wachstum statt“, schob Peteranderl hinterher. Insgesamt zähle die Kammer knapp 300 000 Beschäftigte.

Die Auftragslage sei 2016 sehr gut gewesen. „Die Stimmung ist deswegen optimal. Das laufende Jahr steht unter guten Vorzeichen.“ Peteranderl rechnet erneut mit Zuwächsen.

Was Donald Trump und den Brexit betrifft, könne man noch keine Aussagen über Konsequenzen treffen. Immerhin: Die Eurokrise wirke sich auf das heimische Handwerk bisher so gut wie nicht aus. Als Herausforderungen nannte er den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel und die hohe Zahl an Betrieben, die vor der Übernahme stünden. Flüchtlinge könnten, sofern richtig ausgebildet, eine Entlastung und damit einen Gewinn für den angespannten Arbeitskräftemarkt darstellen.

Davor hatte Waxenberger sehr kritische Töne angeschlagen. Anders als die Industrie sei das Handwerk nicht so gut für Lobbyarbeit aufgestellt, um etwa die Politik für eigene Belange zu sensibilisieren. In Richtung Brüssel sagte der Bauunternehmer: „Finger weg vom Meisterbrief.“ Allen Aufweichungstendenzen erteilte er eine klare Absage.

Waxenberger erwartet mehr Wertschätzung für das Handwerk – nicht zuletzt seitens der weiterführenden Schulen. Auf einer Berufsinfoveranstaltung habe er erst vor einer Woche wieder einmal die Erfahrung machen müssen, dass vor allem die Gymnasien kaum etwas fürs Handwerk übrig hätten. Das Schulamt habe einmal mehr seine Teilnahme am Empfang abgesagt.

„Die Möglichkeiten des Handwerks sind viel größer als viele Abiturienten und Studienanfänger glauben wollen.“ Dabei sichere eine solide handwerkliche Ausbildung das Fortkommen nicht nur des Handwerkers selbst, sondern auch das der Familie, Firma und Belegschaft.

Auch die nationale und Weltpolitik kommentierte Waxenberger. Er erteilte jeglichen extremistischen Tendenzen eine klare Absage. Wirtschaft und Gesellschaft profitierten seit jeher von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Sie hat unser Land so erfolgreich gemacht.“ Alternativen, von denen derzeit viel die Rede sei, könnten nur schlechte sein.

Scharfe Kritik übte er auch an den Türken, die in Deutschland für Erdogans Politik demonstrieren. Deren Ziel sei, die Grundrechte in der Türkei zu beschneiden.

In seinem Grußwort dankte Vize-Landrat Jakob Schwimmer dem Handwerk – für Arbeits- und Ausbildungsplätze, Steuerzahlungen sowie für den Anteil an der weltweit geschätzten Dualen Ausbildung. Schwimmer sagte zu, das Handwerk weiter zu unterstützen, aktuell etwa mit 1,7 Millionen Euro für die Berufsschulsanierung.

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