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Begegnung der Künste: Zu den effektvoll beleuchteten Skulpturen von Wolfgang Fritz (stehend) gesellten sich klug ausgewählte Texte und Musik.

Evangelisches Gemeindezentrum Altenerding

Ein inspirierender Dreiklang der Künste

Dem Bildhauer Wolfgang Fritz ist mit seiner Veranstaltung „Skulptur trifft auf Musik, Musik trifft auf Literatur“ ein beeindruckender Dreiklang im Evangelischen Gemeindezentrum gelungen. Der Erlös kommt dem Neubau der Orgel zugute.

Altenerding – Eine ausgezeichnete, inspirierende Veranstaltung mit überzeugendem Konzept erlebten die Besucher am Samstagabend im Evangelischen Gemeindezentrum in Altenerding. Sie stand unter dem Titel „Skulptur trifft auf Musik, Musik trifft auf Literatur“, angeregt vom Bildhauer Wolfgang Fritz.

Im feinen Zusammenwirken der Künste mit einer raffinierten, auf das Geschehen abgestimmten Beleuchtung, gezaubert von Profi Klaus Wimmer, entstand ein Gesamtkunstwerk mit starker Wirkung. Gezeigt wurden Skulpturen, die Fritz aus Fundstücken geschaffen hatte. Zerstörte Natur erfuhr über die künstlerische Bearbeitung eine wundersame Verwandlung.

Regina Doll-Veihelmann (Klavier) und Stephan Glaubitz (Bass) reagierten auf die Werke mit ausgewählter Musik. Die ehemaligen Gymnasiallehrer Ute und Wilhelm Kretschmann hatten dazu kluge Texte mit Tiefgang und stillem Humor ausgesucht. Philosophische und literarische Kommentare zu den Holzskulpturen wurden in ihrem erhellenden Vortrag begreifbar – eine weitere Meisterschaft, die das Lehrerehepaar souverän beherrscht.

Die Gäste wurden an diesem besonderen Abend in einen lebendigen und lebhaften Gestaltungsprozess eingebunden, der im Gegenüber einen individuellen Widerhall auszulösen vermochte, einen inneren Dialog in Gang setzte. Zunächst konzentrierte sich im dunklen Raum der Blick auf die verhüllten Skulpturen, die wie stumme Gespenstertiere reglos verharrten. Dann erklang Musik: Bassist Glaubitz und Doll-Veihelmann am Klavier präsentierten zwei Sätze aus einer Sonate von Willem de Fesch, einem niederländischen Komponisten an der Schwelle zur Frühklassik. Die erste Skulptur „Schwinge 21“ aus Eichenholz wurde enthüllt und angestrahlt. Glaubitz reagierte darauf mit einer intensiven Bass-Improvisation, deren Schwingungen den Raum in Bewegung zu versetzen schienen. Eine weitere Skulptur zeigte ein mit Eschenholz verwachsenes Eisenrad. Wilhelm Kretschmann las eine vielschichtige Abhandlung über die wandelbare Liebe aus Max Frischs Tagebuch. Jeder Skulptur waren Klänge oder Worte zugeordnet. So spielte Doll-Veihelmann Aram Chatschaturjans effektvolle, klangüppige Toccata und das frech swingende Stück „Golliwogg’s Cakewalk“ von Claude Debussy, wobei sie hier von Glaubitz schön groovend begleitet wurde – eine so noch nie gehörte vorwitzige Version mit Charme.

Auch ein Stück von Eric Satie hatte Doll-Veihelmann im Repertoire. Träumerisch, schwankend, ein bisserl wie beschickert tanzten da die Töne durch den Raum. Herrlicher Hintersinn: Zur Skulptur „Nähe-Distanz“ gesellte sich Arthur Schopenhauers Fabel von den Stachelschweinen, samt Texten zu deren Rezeptionsgeschichte und zu „Torso geflügelt“, das Rilke-Gedicht „Archaischer Torso Apollos“ mit dem Schlussappell „Du musst dein Leben ändern“, eine radikale Aufforderung, in der sich nicht zuletzt die beständige Erneuerungsmöglichkeit über die Kunst spiegelte, um wie Phönix aus der Asche zu steigen oder wie der wagemutige Ikarus der Sonne entgegen zu fliegen, den Absturz in Kauf nehmend.

Und zum Schluss zwei weitere Sätze aus der De Fesch-Sonate. Jürgen Bickhardt war der Motor hinter der hochkarätigen Benefizveranstaltung, deren Erlös dem Neubau der Orgel in der Erlöserkirche zugute kommen soll. Vroni Vogel

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