Fremde und eigene Kompositionen trugen Arthur Görges (l.) und Charly Lehner im „Adlberger“ vor. Foto: Bauersachs

Konzert im Gasthaus zum Adlberger

Gefühlvolles Potpourri aus Rock, Folk und Blues

Altenerding – Die beiden reiferen Herren in den roten Hemden, sie haben mit ihren 57 Jahren schon viel musikalische Erfahrung: erst Schulchor, später Vocal-Ensemble und Kirchenchor, dann Mitglieder in der Band „WC“. Und jetzt, seit rund zehn Jahren, standen Arthur Görges und Charly Lehner wieder auf der Bühne, sangen und spielten für eine treue Fan-Gemeinde, diesmal im Gasthaus Adlberger.

„Hands’n’voices“, wie sie sich nennen, haben ein Repertoire, das vor allem aus Revival-Songs bekannter Interpreten besteht. Sie spielen aber auch eigene Kompositionen, nehmen Anleihen bei irischen Musikern, bieten ein gefühlvolles Potpourri aus Rock-, Folk- und Bluesballaden. Großen technischen Aufwand vermeiden sie bewusst, zu ihren Instrumenten zählen vorwiegend Gitarre und Bass, je nach Song auch mal das Klavier oder die Querflöte. Bei Stücken von Gesangsstars wie Simon and Garfunkel, Cat Stevens oder Jethro Tull ist die Erwartungshaltung der Zuhörer natürlich groß. Schließlich kennt fast jeder ihre Lieder auswendig, hat sie, schon generationenbedingt, viele Male gehört. Und so ist die Spannung bei vielen hoch, als die beiden Erdinger erstmals in die Saiten greifen.

Den Beginn macht „Feeling Groovy“ von Simon and Garfunkel, Görges singt dann „Vincent“ von Don McLean, als Zugeständnis an Freunde deutscher Texte noch „Orpheus“ von Reinhard Mey. Schließlich präsentieren beide das Stück „Für Eine“, komponiert von Lehner für seine Frau, schon vor 35 Jahren. So souverän die beiden an Gitarren-Saiten, Querflöten-Klappen und Klavier-Tasten sind, so sehr hapert´s doch manchmal mit den Stimmen. Hohe Töne zu treffen, gelingt nicht immer einwandfrei. Bei manchem Einsatz klingen die Töne etwas brüchig. Nicht dass sie schlecht sängen – allein der unweigerliche Vergleich mit den Originalen relativiert ihre Leistung.

Sehr ausbaufähige Stimmen haben dagegen jene zwei „Sahnehäubchen“, die sie mitgebracht haben: Lena Klupp und Janine Hecht zeigen, dass sie Talent haben, auch wenn sie sich nicht für optimale Vorlagen entschieden haben. Während sie mit ihren noch jungen Stimmen die Tonleiter bis in höchste Lagen beherrschen, wären Görges und Lehner mit einem anderen Repertoire und etwas tieferen Stimmlagen sicher authentischer.

So bleibt bei manchen ein gemischter Eindruck, der auch nicht durch das Lied „I am a Rock“ von Simon and Garfunkel besser wurde. Dieser Welthit endet mit der Textzeile, dass ein Fels niemals Schmerz empfindet und eine Insel niemals weint. Paul Simon jedoch wären bei der Version von „hands´n´voices“ vermutlich die Tränen gekommen.

Friedbert Holz

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