Ironie und Witz beim Starkbierfest der Koplingsfamilie Altenerding

Der grüne Gotz und andere Spitzfindigkeiten

Altenerding - Mit Ironie, Witz und stimmlicher Klasse begeisterten die Fastenpredigt von Bettelpater Arminius und das Singspiel beim ausverkauften Starkbierfest der Koplingsfamilie Altenerding.

Alle zwei Jahre einmalig: Das Starkbierfest der Kolpingsfamilie Alternerding, der Bruder Arminius die Leviten liest und die mit einem spöttischen Singspiel unterhalten wird. Lang vor Beginn war der Saal voll besetzt, während die Pretzener Stadtkapelle mit Xaver Haigl und Hans Stanglmair zur Brotzeit unterhielt.

Froh, wer da einen Ehrenplatz hatte, wie Vize-Landrat Jakob Schwimmer, Oberbürgermeister Max Gotz und weitere Lokalprominenz. Sie alle erhofften sich Erhellung durch die weisen Worte des Bettelbruders, verfasst von Hermann Bendl und Ludwig Grill. Fürchten mussten sie freilich nichts. Mit feinsinnigem Humor und gereimten Spitzfindigkeiten beleuchtete Bruder Arminius die Entwicklung von Stadt und Landkreis.

Beginnend beim Hochwasser, dessen Gefahr mit dem Abriss des Petersberger Brückerls längst gebannt ist. Des „Sonnenkönigs“, OB Gotz’, Immobilienhandel fand Armibius’ Spott ebenso wie Kunst und Kultur. Angesichts der Pflugschar an der Haager Straße „schaut man ehrfurchtsvoll nach ob’n und wünscht: Gell, du Trumm, du bleibst fei drob’n“. Klar, dass es auch für die Stadtrohre, besser Stadttore einen Reim gab.

Es war das leichte Florett und nicht das schwere Schwert mit dem Bendl seine Seitenhiebe vergab. Und so getroffen, dass ihm das Lachen verging, wurde niemand. Im Gegenteil, OB Gotz amüsierte sich prächtig, obwohl ihm nachgesagt wurde, in der falschen Partei zu sein. „Dem Gotz sei Herz, des schlägt doch grün“, hat Arminius erkannt. „Seit der ‘s Ruder übernommen hod, wird doch gartelt in der ganzen Stadt“.

Eine Pause war notwendig, um die vor Lachen strapazierten Muskeln zu entspannen und wieder zu Atem zu kommen. Stand doch noch das Singspiel an, in dem zu bekannten Melodien die große Politik aufs Korn genommen wurde. Pointenreich kommentiert in der Moderation von Ludwig Grill, nahmen Franz Maier (Klavier), Peter Fleischer, Benedikta Unangst und Hubert Daimer das begeisterte Publikum mit auf eine musikalische Weltreise, bei der kein noch so brisantes Riff den Musikdampfer auflaufen ließ.

Wie zur Griechenland-Politik mit „Akropolis adieu“ fanden sie mit hervorragender Stimme und viel Witz zu jedem Thema das passende Lied. Mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen forderte das Publikum Zugaben. Bevor es diese selbstverständlich gab, dankte Bendl, Vorstandsprecher der Kolpingsfamilie, jedoch Luise Hinz, die seit neun Starkbierfesten, beginnend 1998, die weibliche Stimme des Ensembles war und etwa als Angela Merkel und Gabriele Pauli unvergessen bleibt.

Von Gert Seidel

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