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Alles dicht: Unterm Dach haben sich in Altenerding Spatzen eingenistet und gefährden die Durchlüftung. 

Häuserkomplex in  Altenerding 

Hunderte Spatzen müssen umziehen

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Altenerding - Spatzen gehören zu den bekanntesten Singvögeln. In Altenerding nisten hunderte von ihnen in einem Häuserkomplex. Dort müssen sie raus. Sie beeinträchtigen die Durchlüftung des Daches.

Hunderte von Haussperlingen nisten seit einigen Jahren in Altenerding unter dem Dach von zwei benachbarten Häuserblöcken. Unter der letzten Ziegelreihe haben sie ihre Nester gebaut, dicht an dicht. Die Öffnungen der gewellten Dachziegel reichten zum Hineinkommen. Die außen angebrachte Blechverkleidung hinderte sie nicht daran. Für gewöhnlich brüten Spatzen in kleinen Vorsprüngen an Häusern oder Schuppen und in Ställen.

Thomas Schreder (CSU) sprach das Problem im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates an. Der Umweltreferent hat sich vor Ort ein Bild gemacht und steht in Kontakt mit Hauseigentümern und Hausverwaltung. Er berichtete, dass „die Durchlüftung beeinträchtigt ist“. Durch den Feuchtigkeitsstau sei das Dach in Gefahr. Abhilfe sei dringend nötig – und ein Ausweichquartier für die Vögel. „Es geht um viele Spatzen, die ihr Zuhause verlieren würden.“ Schreder spricht von hunderten Vögeln.

Er hat Kontakt mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) ausgenommen. Gemeinsam suchen sie nach „Alternativwohnungen“ für die Hausbrüter. Hier hilft der Zufall, denn in unmittelbarer Nähe gibt es ein städtisches Grundstück mit einem Grünzug. „Dort könnte man Spatzentürme und Spatzenhäuser errichten“, schlug Schreder vor. Bei Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) und Stadtbaumeister Sebastian Henrich stieß er damit auf offene Ohren. „Wir haben einen erheblichen Zeitdruck, hier zu handeln“, sagte Henrich. Bis zur nächsten Brutphase muss der Umzug beendet sein.

„Jetzt sind die Spatzen nicht in ihren Nestern“, erklärt Schreder. Nur in der Nichtbrutzeit könne man Ausweichquartiere anbieten. „Das muss bis Februar erledigt sein.“ Schließlich seien Spatzen eine schützenswerte Art. Natürlich sei immer ein bisserl Theorie dabei, denn man könne ja nicht ein Schild schreiben, auf dem „Bitte hier einziehen“ steht. „Aber in der Regel funktioniert das gut“, sagt Schreder.

Er ist zuversichtlich, dass es gelingt. Auch wenn es dazu eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern braucht. Mit der Stadt und Sylvia Weber vom LBV erarbeitet er ein Konzept. Man orientiert sich an zwei bis drei Meter hohen Spatzentürmen und Spatzennistkästen, wie sie in München zu finden sind. Die Spatzen-Herbergen könnte der städtische Schreiner bauen, regte Henrich an.

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