Wiesn-Ticker: Fahrgeschäft wegen Störung außer Betrieb - und es ist ausgerechnet dieses

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Stellten das ehrgeizige Projekt vor (v.l.): Stadtbaumeister Sebastian Henrich, Susanne Wiedenmann, Altenerdings Handball-Chef Werner Lauer, Karl Wiedenmann und OB Max Gotz mit der Planskizze.

Leistungszentrum in Altenerding 

Ein Mekka für den Handball-Nachwuchs

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Altenerding - Altenerding könnte Bayerns neue Handball-Hochburg werden. Investoren und Stadt planen an der Wasserwerk-Kreuzung ein Landesleistungszentrum für Nachwuchsspieler mit Internat. Die Pläne, die eine Vierfachsporthalle und ein 200-Betten-Hotel beinhalten, wurden am Montag vorgestellt.

Für OB Max Gotz ist es „ein echter Knaller“, für Altenerdings Handball-Abteilungsleiter Werner Lauer „ein Sechser im Lotto“ und für Susanne Wiedenmann das Vermächtnis ihres Anfang Juli 2014 bei einem Autounfall tödlich verunglückten Sohnes Marco. „Er war handballverrückt“, sagte Karl Wiedenmann bei der Planvorstellung am Montagvormittag im Erdinger Rathaus. Wiedenmann erzählt, dass die Zeit nach Marcos Tod für die ganze Familie nicht leicht gewesen sei. „Aber die Altenerdinger Handball-Abteilung hat uns aufgefangen. Wir waren nie alleine. Was uns hier widerfahren ist, sucht Seinesgleichen“, sagte er dankbar.

So wurde der Gedanke, ein Landesleistungszentrum für den weiblichen und männlichen Handball-Nachwuchs zu schaffen, geboren. Ursprünglich wollte Wiedenmann, der aus der Finanzwirtschaft kommt und bei einem Investmentunternehmen arbeitet, im Allgäu investieren. „Aber wegen der Verbundenheit mit Altenerding sind wir jetzt hier.“ Hier – das ist eine knapp 20 000 Quadratmeter große Fläche an der Wasserwerk-Kreuzung direkt neben der Herzog-Tassilo-Realschule. Weitere gut 2000 Quadratmeter im Westen des Areals gehören der Stadt und sollen als Erweiterungsmöglichkeit des Kreiskrankenhauses frei bleiben.

Auf der Fläche, die der Investor von einer Altenerdinger Familie kaufen will, sind im Süden eine Vierfachsporthalle mit Internat und ein Vier-Sterne-Hotel mit 200 Betten und Tagungsmöglichkeiten, eine Tiefgarage und im Norden oberirdische Stellplätze vorgesehen. Federführend bei der Planung sei ein ortsansässiges Architekturbüro, sagte Karl Wiedenmann.

Susanne Wiedenmann ist als dreifacher Mutter vor allem die Nähe zu den Schulen wichtig – und die unmittelbare Anbindung an den S-Bahnhof Altenerding. Sie sieht das Vorhaben als „behindertengerechte Begegnungsstätte für junge und ältere Menschen“. Auch für Senioren sollen Kurse angeboten werden.

Lauer, seit vier Jahren Handball-Abteilungsleiter bei der SpVgg Altenerding, erklärte, der Bayerische Landessportverband (BLSV) und der Bayerische Handball-Verband (BHV) seien eingebunden und begeistert. Das liegt auch an der SpVgg Altenerding. „Wir sind in der Kinder- und Jugendarbeit in Bayern führend“, sagte Lauer stolz. Dies belegen 23 Mannschaften im Spielbetrieb, davon 17 Nachwuchsteams, 27 lizenzierte Trainer und 33 geprüfte Schiedsrichter.

Die neue Halle – knapp 70 Meter lang und gut zehn Meter hoch – werde den SpVgg-Handballern für Training und Spielbetrieb zur Verfügung stehen. Lauer betonte aber, dass die Stadt die Hallenzeiten vergeben werde.

In dem Komplex soll auch ein Internat für bis zu 60 Nachwuchsspieler (14 bis 18 Jahre) aus ganz Bayern Platz finden. BLSV und BHV wählen sie in Sichtungslehrgängen aus. Die Jugendlichen könnten das Internat zwei bis vier Jahre lang besuchen, je nach Alter. „Es soll ein Leistungszentrum für die Jugend werden, in dem der BHV auch Trainer ausbildet. Die Kompetenz, die wir in Altenerding schon haben, wollen wir fortsetzen“, sagte Lauer.

Ihm gefällt das Konzept des Landesleistungsstützpunkts Blomberg-Lippe in Nordrhein-Westfalen. Dort sei die Handball-Akademie direkt an ein Seniorenheim angedockt. „Das klappt toll. Dort hat jeder Nachwuchshandballer einen Senioren als Paten.“ Auch in Altenerding wollen Wiedenmanns und Lauer Jung und Alt zusammenbringen.

Gotz betonte die Zusammenarbeit mit den Fachverbänden allein schon wegen der Fördermöglichkeiten: „Unser Ziel muss es ein, dass es für die Kinder kostenneutral wird.“

Städteplanerisch ist es für Erdings Stadtbaumeister Sebastian Henrich ein Glücksfall, „dass das Grundstück zu bekommen war“. So könne man gegenüber der Raiffeisenbank ein Pendant schaffen, „dessen Nutzung sehr stark in die Stadt strahlt und wieder raus“. OB Gotz will das Vorhaben möglichst schnell ins Verfahren bringen: „Wir tun alles, damit es reibungslos abgewickelt wird.“

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