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An der Aktion „Plastikpiraten“ beteiligten sich Simone Böttcher, Katharina Breu, Antonia Brandhuber, Indra Brockmüller, Vanessa Cziplik, Josefine Hintermaier, Leonie Huber, Eva Karrer, Corinna Kronseder, Alina Mair, Anna Niedermair, Cosima Pompl, Victoria Rahnsch, Sophie Steinhofer, Lillian Voß und Franziska Zöllner mit den Lehrern Nikolaus Lochner (hinten, l.) und Johannes Kißtler (hinten r., mit Mülltüte).

Mädchenrealschule Heilig Blut 

Keine Spuren von Plastik in der Sempt

Unterricht im Grünen: Die 16 Schülerinnen der Klasse 8 a der Mädchenrealschule Heilig Blut nutzten die sommerlichen Tage für eine Aktion draußen im Erdinger Stadtpark.

Altenerding – Unterricht im Grünen: Die 16 Schülerinnen der Klasse 8 a der Mädchenrealschule Heilig Blut nutzten die sommerlichen Tage für eine Aktion draußen im Erdinger Stadtpark. An der Semptbrücke beim Streichelgehege beteiligten sie sich mit ihrem Lehrer Nikolaus Lochner an der Aktion „Plastikpiraten – das Meer beginnt hier“.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschriebene Forschungsprojekt soll dazu beitragen, Verschmutzungen, Fließgeschwindigkeit und Kunststoffvorkommen in heimischen Gewässern zu dokumentieren. Diese Forschungsarbeit passt laut Lehrer Lochner hervorragend zum Chemieunterricht.

Unter seiner Anleitung und mit Hilfe von Lehrer Johannes Kißtler wollten die Jugendlichen, die den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig besuchen, genau herausfinden, ob auch die Sempt Mikro- und Makroplastikteile enthält. Dazu wurden mehrere Gruppen gebildet.

Wenig zu tun hatten die Gruppen, die den Flussrand und die Flussböschung auf Verschmutzung untersuchten, denn es lag kein Müll herum.

Bei der Untersuchung in etwa 300 Metern Entfernung, also im Bereich der Tischtennisplatten und des Sportplatzes beim Heiliggeist-Altenheim, war eine andere Gruppe hingegen schwer beschäftigt. Jede Schülerin füllte eine komplette Tüte mit Kronkorken, Zigarettenstummeln, Bierflaschen, leeren Plastiktüten, Papier und mehr.

Die Fließgeschwindigkeit war das Thema einer weiteren Gruppe. Sie kam zu dem Ergebnis, dass diese 0,23 Meter pro Sekunde und 0,83 Kilometer pro Stunde beträgt. Problematisch war es für die jungen Frauen, für diesen Versuch ein Stöckchen zu finden, denn „alles war zu aufgeräumt“ berichteten sie.

Eine andere Gruppe hängte an einem langen Seil ein spezielles Netz in die Sempt, das nach gestoppten 60 Minuten wieder herausgezogen wurde. Auf den ersten Blick waren außer Blättern keine Fremdkörper zu sehen. Aber täuschte dieser Zustand? Was war wirklich noch ins Netz gegangen?

Die Schülerinnen trockneten es, und mit der Lupe machten sie sich auf die Suche nach Mikroplastik (bis fünf Millimeter) und Makroplastik (ab fünf Millimeter). Dabei entdeckten sie zum allgemeinen Erstaunen kleine Flohkrebse, die auch in den Weltmeeren zu Hause sind. Aber in punkto Plastik fanden sich keine Spuren – die Sempt ist also absolut sauber.

Dieses Ergebnis wird nun ans Bundesministerium weitergeleitet. Anhand der Daten mit allen aus Deutschland eingehenden Zahlen kann dann festgestellt werden, welche Flussabschnitte besonders stark mit Plastik verschmutzt sind, wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Elvi Reichert

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