Spielvereinigung Altenerding

Tennisplatz mitten im Hochwasser-Gebiet

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Die SpVgg Altenerding plant einen neuen Tennisplatz – im Überflutungsgebiet der Sempt. Dennoch gibt’s Zuschüsse von Landkreis und Stadt.

Altenerding – Knifflig war der Fall, den Kämmerer Hermann Held dem Verwaltungs- und Finanzausschuss des Stadtrats vorlegte: Die Spielvereinigung will im nördlichen Bereich des Sepp-Brenninger-Stadions einen neuen Tennisplatz anlegen und beantragt dazu einen Zuschuss der Stadt. Das wäre an sich unproblematisch, allerdings soll der Platz nach den Worten Helds im Kernüberflutungsgebiet der Sempt entstehen. Zuletzt waren die Courts beim verheerenden Hochwasser Anfang Juni 2013 schwer beschädigt worden. Es war aber beileibe nicht das erste Hochwasser, das durch die Sportanlage rollte.

Der neue Platz wird nach Berechnung der SpVgg knapp 40 000 Euro kosten. 5000 Euro zahlt der Verein in bar, knapp 11 000 Euro beträgt ein Darlehen, die Arbeitsleistung der Mitglieder beziffert der Verein mit rund 4000 Euro.

Dazu kommen Förderungen: vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) 7900 Euro und vom Landkreis knapp 4000 Euro. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss sollte nun über den städtischen Zuschuss abstimmen – wiederum 7900 Euro.

Held versicherte, dass die Förderfähigkeit gegeben sei, und die SpVgg nach den städtischen Richtlinien sogar 9900 Euro hätte abrufen können. Doch dann kam ein großes Aber.

Der Chef der Kämmerei wies auf die problematische Lage des Platzes hin – eben mitten im Überflutungsgebiet der Sempt. Der Verein habe nach dem Hochwasser 2016 staatliche Hilfe bezogen. Held erinnerte daran, dass die Regierung von Oberbayern in diesem Zuge nicht nur die Baugenehmigung für den Platz sehen wollte, sondern auch eine darin vermerkte Stellungnahme des Wasserwirtschaftamts München aus dem Jahr 1976 zur Problematik.

Merkwürdig: Dieses Papier fand sich weder in den Unterlagen des Vereins, noch der Stadt, noch des Vereins. Die Bezirksregierung erklärte damals, an sich könne sie keine Förderung für einen Platz gewähren, der sich in einem derart gefährdeten Areal befinde. Da die Stellungnahme aber nicht mehr beizubringen war, floss dennoch Geld.

Vor diesem Hintergrund gab Held zu bedenken, ob die Stadt Geld in die Hand nehmen sollte, wenn an sich klar sei, dass es hier früher oder später wieder einen Schadensfall geben werde. Zudem wies er darauf hin, dass der Boden belastetes und damit möglicherweise gesundheitsgefährdendes Material enthalten könnte. Er riet zu einer vorherigen Untersuchung.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) sprach sich ebenfalls für eine Probenentnahme und eventuellen Bodentausch aus – „auf Kosten der Stadt“, wie er betonte. „Das sind wir unseren Bürgern schuldig.“ CSU-Fraktionschef Jakob Mittermeier, vor 1978 Gemeinderat von Altenerding, erinnerte sich daran, „dass in diesem Bereich mal eine Mülldeponie war“. Er sah trotz fehlender Expertise keinen Anlass für ein damaliges Fehlverhalten der SpVgg und plädierte daher ebenso für den Zuschuss.

In gleicher Weise äußerte sich Rainer Mehringer (FW). „Ich sehe keinen anderen Weg, dem Verein zu helfen. Sonst bliebe nur die Absiedelung – aber wohin?“

Hans Balbach (Erding Jetzt) gab zu bedenken, „dass dort sechs Plätze sind, die intensiv bespielt werden“. Zur Hochwassergefahr erklärte der langjährige Fußballchef der SpVgg: „Das gilt auch für die Semportsporthalle und das Sepp-Brenninger-Stadion. Dort haben wir ebenso investiert.“ Gotz erinnerte daran, dass die Anlage 2013 „nur notdürftig saniert wurde“.

Der Beschluss, dem Verein beim neuen Tennisplatz finanziell zu helfen sowie eine Altlastenuntersuchung vorzunehmen, erging erwartungsgemäß einstimmig.

Hans Moritz

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