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Begnadete Redner und Sänger: Autor Ludwig Grill, Luise Hinz, Peter Fleischer, Dr. Hermann Bendl, Benedikta Unangst, Hubert Daimer und Franz Maier (v.r.) von der Kolpingsfamilie Altenerding.

Starkbierfest der Kolpingsfamilie Altenerding 

Hochprozentig, hochgeistig

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Starkbierfeste haben Konjunktur. Wo Hochprozentiges ausgeschenkt wird, muss bei den Reden kräftig eingesteckt werden. Auch die Kolpingsfamilie Altenerding derbleckt heuer wieder. Rede und Singspiel zeichnen sich einmal mehr durch hohes Niveau und Feinsinn aus.

Altenerding – Der erste große Applaus brandete im Pfarrsaal Mariä Verkündigung auf, da war noch keine Zeile derbleckt und keine Note gesungen. Ludwig Grill verkündete, dass das alle zwei Jahre stattfindende Starkbierfest seit seiner Gründung 1998 rund 52 000 Euro erbracht habe. Mit dieser Summe würden Menschen in Not sowie soziale Verbände unterstützt. Schmackhafte Brotzeiten und vor allem das Starkbier Prosper vom Erdinger Weißbräu beziehungsweise der Stiftungsbrauerei sorgten bei der Jubiläumsveranstaltung am Freitag und Samstag dafür, dass die 52 000 Euro längst überholt sind.

Die Fastenpredigt hielt der als Bettelmönch verkleidete Hermann Bendl, der sich einmal mehr als großartiger Chronist Erdinger Ereignisse erwies. Zum Adlberger fiel ihm ein: „I konn’s ned fassen: Habt’s iatz den nächsten Wirt verhungern lassen?“

Lob zollte er der Gemeinde, weil sie so viele junge Pfarrgemeinderatskandidaten gefunden habe. Nur die Gottesdienstbesuche habe der Nachwuchs noch nicht so ganz für sich entdeckt.

Auch dem Verkehr in Erding widmete sich Bendl: „Des Zahlenverhältnis is a weng krass. Es san arg vui Auto auf zu wenig Strass’. Die Parkstrass’ zum Beispiel tragt ihr’n Namen zurecht: Da konnst d’ bloß no parken, ois andre geht schlecht.“

Zur Premiere am Freitag waren der Pfarrsaal voll und die  Promidichte hoch (v.l.): Landrat Martin Bayerstorfer, 2. Bürgermeister Ludwig Kirmair, Pfarrer Jan-Christoph Vogler, MdB Andreas Lenz, OB Max Gotz, Pfarrer Martin Garmaier und Ministerin Ulrike Scharf.

Auch Landrat Martin Bayerstorfer bekam sein Fett weg, trug es diesmal aber mit Gelassenheit: „Des Einspar-Konzert auf dem Rücken der Schwächsten austrag’n werd, wenn bei de Etat-Kürzungen der rote Stift ausgerechnet s’Kranken- und s’Frauenhaus trifft. Im Frauenhaus übernehmen, den Herrn Bayerstorfer freut’s, jetzt die sparsamen Herrschaften vom Roten Kreuz. Und deren Chef ist ganz ohne Schmu’ auch nur rein zufällig bei der CSU. Beim BRK hams zwar noch nie ein Frauenhaus betreut, geben aber sicherheitshalber schon einmal an, dass sie auf jeden Fall vui billiger san.“

Bendl fand, dass das BRK nun für alles stehe, auch für die Aktion Erbse. Die Palette reiche also von Frauenhaus bis Hausfrauen – nämlich die, die den Einkopf kochen. Der neue Bürgertreff am Rätschenbach taugt für ihn bestens als neues Wirtshaus mit Biergarten.

Für Lacher sorgte Bendl auch, als er sich laut darüber wunderte, dass es dem früheren Bundeswehrler Fritz Steinberger nicht aufgefallen sei, dass er bei sich keinen Syrer, sondern einen rechtsextremen Soldaten aufgenommen habe. „Hoffentlich hat er wenigstens ordnungsgemäß salutiert!“

Ein dickes Fell musste auch der OB beweisen: „Der Gotz Max führt im Stadtrat in einer Weise Regie – also, die nächste Stufe hoaßt absolute Monarchie. Der Buargamoaster hod an Wunsch, und der Stadtrat mit Beeilung nickt den auch sofort ab.“

Und dann diktierte der Fastenprediger die künftige Entwicklung Erdings: Eine Seilbahn über der Stadt vom Fliegerhorst bis zur geplanten Logistikhalle in Erding-West. Wenn man die grün anstreiche und auf dem Dach Gras wachsen lasse, müssten die Kritiker besänftigt sein. Damit sei man dann sogar für eine Bundesgartenschau reif.

Nach einem Standkonzert der nur zweiköpfigen Stadtkapelle Pretzen, die mit dem Starkbierfest heuer 20-jähriges Bestehen feiert, wurde es bundespolitisch und international. Ludwig Grill analysierte als Autor und Moderator die große Politik trefflich. Einen Ohrenschmaus machten die gesanglichen Talente Benedikta Unangst, Luise Hinz, Franz Maier, Hubert Daimer und Peter Fleischer daraus. Sie nahmen sich Donald Trump ebenso vor wie den auf über 700 Abgeordneten angeschwollenen Bundestag. Besonders die GroKo wurde abgewatscht: „Wenn uns Wahlverlierer regieren, was soll uns da passieren?“ Schuld, so das Credo, sei aber das Volk. „Wenn nur der blöde Wähler nicht wär’, der wählt immer so ungeschickt.“

Weitere Termine

Das Starkbierfest gibt es noch einmal am kommenden Freitag und Samstag ab 19.30 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) im Pfarrheim.

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