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Wilhelm von Ehr: Der verdiente Gaujugendleiter wurde nur 64 Jahre alt.

Nachruf  auf Wilhelm von Ehr

Trauer um einen hoch geschätzten Schützen

Altenerding – Er hatte sich dem Schützenwesen verschrieben: Leidenschaftlich engagierte sich Wilhelm von Ehr im Schützengau Erding, vor allem die Förderung der Jugend lag ihm am Herzen. Jetzt müssen sie ohne ihn auskommen. Wilhelm von Ehr ist mit nur 64 Jahren verstorben. Er erlag nach tapferem Kampf seiner schweren Erkrankung.

Die Schützen des Gaus Erding verlieren mit ihm einen erfolgreichen, engagierten, beliebten und von allen hoch geschätzten Kameraden, Trainer und Freund. Besonders zeichnete ihn aus, dass er nicht nur selbst sehr erfolgreich schoss, sondern sein Wissen mit großer Leidenschaft vor allem an die jungen Schützen weitergab. Stets hatte er ein offenes Ohr und meist auch eine Lösung für die Probleme der Schützen beim Schießen. Seine offene und herzliche Art machte ihn bei allen beliebt. Offen und mit einer positiven Einstellung stellte er sich auch seiner schweren Erkrankung und kämpfte tapfer dagegen an.

In den 1970er Jahren kam Willi von Ehr berufsbedingt nach Erding. 1979 trat er Hubertia Altenerding bei. Die Schützen freuten sich über den Neuzugang. Früh übernahm er die Ämter des Sport- und Jugendleiters, von 1991 bis 2015 war er Schützenmeister. 1982 wurde er für vier Jahre zum 2. Gaujugendleiter gewählt. 1995 kehrte er als 2. Gaujugendleiter ins Gauschützenmeisteramt zurück und war dort bis zu seinem Tod tätig. 2001 bis Anfang 2017 übernahm er das Amt des 1. Gaujugendleiters. Im Frühjahr wurde er zum 3. Gaujugendleiter gewählt.

Willi von Ehr gehörte zu den wenigen Schützen, die mit dem Luftgewehr und auch der Luftpistole Topergebnisse schießen konnten. Seine Titelsammlung ist sehr umfangreich, aber einer sticht heraus: der Deutsche Meistertitel im Jahr 2006. Auf ihn war Willi von Ehr sehr stolz war. Bei den Sportlerehrungen von Stadt und Landkreis war er viele Jahre Dauergast. Ein Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn war 1978 der Sieg bei der Stadtmeisterschaft zur 1200-Jahr-Feier Erdings.

Als Sportfunktionär hielt Willi von Ehr seit 1992 in Altenerding Trainingsabende für talentierte Jungschützen ab. Viele seiner Schützlinge schafften den Sprung in Bezirks- oder Bayernkader. Claudia Keck und Andreas Häusler schossen sogar im Nationalkader.

Aber es wurde nicht nur trainiert. Es gab auch Ausflüge, und diese schweißten die jungen Schützen zusammen. Soweit es seine 2013 diagnostizierte Krankheit zuließ, unterstützte Willi von Ehr das neue Trainerteam und gab sein Wissen gerne weiter.

Eine besondere Freundschaft verband ihn mit der Schützengilde St. Lorenzen in Südtirol. Seit vielen Jahren besuchte er regelmäßig das Ernteschießen und räumte dort viele Preise ab. Auch Trainingslager fanden in der großen Schießanlage dort statt. Und wie es seine Art war, stand er auch den Südtirolern mit Rat und Tat zur Seite. So kam es vor, dass er bei Waffenschäden an der Werkbank stand und bei der Reparatur half.

In seiner Amtszeit als Gaujugendleiter konnten die Jugendlichen einige Male Bezirkspokale gewinnen. Einzig mit der Luftpistole wollte es nicht klappen. Diese Lücke schlossen die Schützen diesen Herbst – sehr zur Freude von Ehrs.

Vor einigen Wochen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Ein großes Anliegen war ihm aber noch, für das Adventsschießen der Kaderschützen die Preise zu stiften. Und fast alle folgten seiner Einladung. Kurz danach hat er den wichtigsten Kampf seines Lebens gegen seine schwere Krankheit verloren. (Gabi Gams)

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