Ein stimmungsvolles und sorgfältig gestaltetes Konzert erlebten die vielen Zuhörer mit Mendelssohns zweiter Sinfonie „Lobgesang“ in der Altenerdinger Pfarrkirche. Die Gesamtleitung hatte Franz Maier. Foto: Vogel

Konzert von Chorgemeinschaft und Kantorei

Triumph des Lichts

Altenerding - Die Chorgemeinschaft Altenerding und die Kantorei Erding gaben mit Mendelssohns „Lobgesang“ ein gemeinsames Konzert. Leitung hatte Franz Maier.

Thematisch wurde Felix Mendelssohn-Bartholdys zweite Sinfonie „Lobgesang“ gerade zur richtigen Jahreszeit aufgeführt. Das Werk, das den Triumph des Lichts über die Dunkelheit feiert, vermittelte tröstliche Helligkeit, während draußen der Nebel das Land in seinen grauen Mantel hüllte.

Die vielen Zuhörer in der Altenerdinger Pfarrkirche erlebten unter der Leitung von Franz Maier ein stimmungsvolles und sorgfältig gestaltetes Konzert mit den drei ausgezeichneten Gesangssolisten Anna-Maria Palii, Ira Maria Scholz (beide Sopran) und Michael Etzel (Tenor), einem souverän agierenden Orchester sowie einem Chor mit vollem Gesamtklang.

In der Chorzusammensetzung spiegelte sich der ökumenische Gedanke. Denn die Chorgemeinschaft Altenerding und die Kantorei Erding (Leitung: Regina Doll-Veihelmann ) sangen an diesem Abend gemeinsam.

Mendelssohns „Lobgesang“ war eine Auftragsarbeit, als die 400-Jahrfeier zur Erfindung der Buchdruckerkunst in Leipzig anstand. Die zu seinen Lebzeiten populäre, heutzutage eher selten aufgeführte Komposition ist formal eine sinfonische Kantate und bezieht sich in ihrem viersätzigen Aufbau auf Ludwig van Beethovens berühmte „Neunte“. So wurden die ersten drei Sätze vom Orchester gespielt. Wunderschön gestaltet war der walzerartige zweite Satz „Allegretto un poco agitato“ - eine sacht beschwingte Sehnsuchtsmelodie.

Im Finalsatz gesellten sich Chor und Gesangssolisten dazu. Die glasklaren, glockenhellen, harmonisch klingenden Sopranstimmen ließen im Duett den Erlösungsgedanken aufleuchten. Eindringlich illustrierte der Tenor die Angst vor ewiger Finsternis und Verlorenheit im Tod mit der bangen Frage: „Hüter, ist die Nacht bald hin?“ Der Chor antwortete in mächtigem Jubel: „Die Nacht ist vergangen“ und zückte gesanglich „die Waffen des Lichts“. Die mit Bläserklang majestätisch gestaltete orchestrale Einleitung wurde im letzten Satz zum strahlenden Hauptmotiv mit religiösem Appell: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“ (Vroni Vogel)

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