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Plötzlich im Mittelpunkt: Martina Schubert (39) fand das Neugeborene vor ihrem Hotel Glaskuppel.

"Ich habe sofort Vertrauen zum Kind aufgebaut"

Altenerdinger Findelkind: Das sagt die Finderin

Altenerding - Das Findelkind von Altenerding rührt die Herzen der Menschen. Bislang sind erst zwei Hinweise bei der Kripo Erding eingegangen. Wir sprachen mit Martina Schubert (39), Chefin des Hotels Glaskuppel. Vor dem war kleine Simon am Dienstagmorgen gefunden worden.

Frau Schubert, erzählen Sie doch mal, wie Sie das Neugeborene auf der Bank vor Ihrem Hotel gefunden haben.

Martina Schubert: Ich war auf dem Weg zum Rauchen. Das ist mein täglicher Weg, ehe die Arbeit beginnt. Da habe ich den Korb auf der Bank gesehen und erst gedacht, es könnte jemand seine Wäsche abgelegt haben. Dann habe ich reingeschaut und das Baby gesehen.

Wie haben Sie reagiert?

Schubert: Ich habe mich umgedreht, um zu schauen, ob vielleicht jemand das Baby abgestellt hat, um sich die Fahrzeuge vor dem Autohaus anzuschauen. Aber da war niemand. In der Kiste habe ich dann den Zettel gefunden. . .

... und sofort die Polizei geholt?

Schubert: Genau. Erst mal habe ich das Baby ins Haus getragen und auf mein Bett gestellt, damit es im Warmen ist. Die Polizei kam schon nach zwei Minuten, eine Minute später waren Notarzt und Rettungsdienst da. Sie haben den Kleinen untersucht und dann ins Klinikum gebracht.

Was war Ihr erster Gedanke, als sie das Neugeborene gesehen haben?

Schubert: Ganz ehrlich: Da habe ich überhaupt nicht gedacht. Irgendwie habe ich nur funktioniert. Erst heute holt mich das alles ein. Jetzt wird mir allmählich klar, was vor meinem Haus passiert ist. Dieser Film läuft immer wieder in meinem Kopf ab. Das ist kein schönes Gefühl, richtig gut geht es mir nicht.

Haben Sie irgendeine Erklärung, warum der kleine Simon vor Ihrem Haus ausgesetzt wurde?

Schubert: Ich kann es mir überhaupt nicht erklären. Vielleicht wusste jemand, dass ich immer früh morgens zum Rauchen gehe.

Werden Sie sich auch in Zukunft für Simon und seinen Weg interessieren?

Schubert: Es ist mein großer Wunsch, dass ich mitbekomme, wie es Simon geht, in welche Familie er kommt und wie er sein Leben meistert. Auch wenn ich dem Kleinen nur so kurz begegnet bin, habe ich doch eine Verbindung zu ihm aufgebaut. Da entsteht schon so etwas wie Vertrauen.

Wie haben denn Ihre Gäste reagiert?

Schubert: Wir hatten in der Nacht sechs Gäste. Die Nachricht hat sich natürlich rasch verbreitet. Alle waren entsetzt. Aber alle hatten auch Verständnis, dass das Frühstück an diesem Morgen ausgefallen ist. Das ging einfach an dem Tag einfach nicht.

Und jetzt werden Sie von den Medien überrollt?

Schubert: So ist es. Es waren schon viele Reporter von Zeitungen und Fernsehsendern da. Eigentlich dachte ich, das geht nur den ersten Tag so. Aber am zweiten Tag wurde es nicht ruhiger. Ich hoffe, dass sich das bald erledigt. Ich habe ja auch noch das Hotel zu führen.

Stand der Ermittlungen

Das Baby befindet sich derzeit auf der Neugeborenenstation des Klinikums Erding. Die Suche nach der Mutter läuft, unter anderem über DNA-Abgleich. Bislang gibt es erst zwei vage Hinweise aus der Bevölkerung, der die Kripo Erding nachgeht.

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