Alternativtrasse zur Nordumfahrung: Erste Prüfergebnisse sind schon da

Erding/Eitting - Die Planer der Nordumfahrung von Erding machen Tempo. Für die Alternativtrasse liegen erste Zahlen vor. Widerstand regt sich in Eitting.

Erst Ende vergangener Woche haben Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Max Gotz angekündigt, die Alternativtrasse zur Nordumfahrung von Erding prüfen zu lassen. Am Dienstagabend konnte Helmuth Ammerl vom Planungsbüro Obermeyer erste grobe Ergebnisse der Vorprüfung vorstellen. Er führte die Bezeichnung Wahltrasse Mitte III ein. Sie verläuft ab Unterstrogn (Gemeinde Bockhorn) nördlich von Eichenkofen vorbei und mündet nach einem südöstlichen Schwenk unweit des Mittleren Isarkanals in die Flughafentangente Ost (FTO).

Im Planungs- und Umweltausschuss des Erdinger Stadtrates sagte Ammerl: „Die verkehrliche Entlastung Erdings entspricht in etwa der der Wahltrasse Mitte II, die südlich von Eitting auf die FTO zuläuft.“ Auf der Anton-Bruckner-Straße seien es täglich 1000 Fahrzeuge weniger im Vergleich zur bislang favorisierten Trasse Süd II. Hier wird bekanntlich mit 4000 Fahrzeugen weniger gerechnet. Ammerl machte aber auch deutlich, dass der Ortsteil Siglfing stärker entlastet würde. Vor allem von der Kreisstraße ED 19 Erding - Eitting würden Autos und Lastwagen abgezogen. „Dennoch bleibt die Trasse Süd II konkurrenzlos“, stellte der Verkehrsplaner klar.

Bei der Debatte im Ausschuss wurde deutlich, dass der Alternativ-Vorschlag eine erheblich längere Nordanbindung auf einer neuen Parallele zur Alten Römerstraße durch Langengeisling erforderlich machen würde.

Wilhelm Wagner vom Stadtbauamt legte eine Skizze auf, auf der die Strecke teilweise auf der ED 19 verläuft. Bürgermeister Max Gotz beeilte sich zu erklären, „dass wir hier immer noch von Korridoren und nicht exakten Straßenführungen reden“.

Nach über zweieinhalbstündiger Debatte beschloss der Ausschuss mehrheitlich, die Wahltrasse Mitte III in die bereits laufende Untersuchung einzubeziehen - ein wichtiger Fingerzeig an den Landkreis als Baulastträger der Nordumfahrung mit dem Arbeitstitel ED 99.

Widerstand kommt aus der Gemeinde Eitting. Bereits vorige Woche hatte sich der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung strikt gegen diesen Korridor ausgesprochen. Auf Anfrage erklärte Bürgermeister Georg Wiester, diese Variante würde „wertvollsten landwirtschaftlichen Boden zerschneiden“. Hinzu komme, dass viele mit dem Ziel Flughafen die Nordumfahrung an der Kreuzung mit der ED 19 verlassen werden, um nicht wieder gen Süden zu fahren, sondern in Richtung Umwelt Wurzer und dann auf die FTO. „Eitting würde mehr be- als entlastet“, so Wiester - und das vor dem Hintergrund des Ringschlusses und einer möglichen dritten Startbahn. Sein Fazit: „Für Eitting wäre das eine Katastrophe.“

(Hans Moritz)

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