Anstatt B15 neu: SPD fordert Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

Dorfen - Der Kreisverband der SPD sieht keinen Bedarf für eine B 15 neu.

Nach einer Verkehrskonferenz mit Kreisräten, Kreisvorstand, dem Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer und Mandatsträgern aus den betroffenen Gemeinden wurde eine gemeinsame Forderung artikuliert: „Die B 15 neu muss an der A 92 enden.“ Für den Landkreis Erding wird ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gefordert.

Entschieden abgelehnt wird von den Genossen auch der Bau einer Umfahrung von Landshut. Die B 15 neu soll nach der Fertigstellung des Teilstücks Ergoldsbach - Essenbach zur A 92 dort enden. Eine Umfahrung Landshuts würde nach Ansicht der SPD allein wegen des Tunnels bei Eisgrub extreme Kosten verursachen. Zudem würde durch diese Umgehung das Verkehrsaufkommen auf der B15 durch Ausweichverkehr massiv ansteigen.

Die SPD sieht grundsätzlich keinen Bedarf für die B 15 neu. Die Verkehrszahlen des Innenministeriums zeigten, dass der Verkehr zwischen den einzelnen Orten entlang der B 15 deutlich unter dem Durchschnitt für deutsche Bundesstraßen liege. Die B 15 würden täglich etwa 6900 Fahrzeuge befahren; auf Bundesstraßen bundesweit seien es im Schnitt 9900 Fahrzeuge. „Daher sehen wir keinen Bedarf für eine Ertüchtigung der alten Trasse oder gar eine neue Trasse. Etwaige Ortsumfahrungen sollen in Eigenverantwortung der Gemeinden hinsichtlich Entlastungswirkung, örtlichen Gegebenheiten und Verträglichkeit von Mensch, Natur und Umwelt diskutiert und eventuell geplant werden“, schreibt der SPD-Kreisvorsitzende Martin Kern in eine Erklärung. Eine neue Trasse, egal ob in Erding oder in Mühldorf, könne - wenn überhaupt - nur den überregionalen Verkehr umleiten. Hierbei werde hauptsächlich der Güterverkehr eine Rolle spielen. Gerade der wäre aus Sicht der SPD auf der Schiene besser aufgehoben. Kern: „Mit entsprechendem Bahnausbau und Investitionen durch den Bund könnten viele Verkehrsprobleme entschärft werden. Die Verkehrsbelastung innerorts besteht zum größten Teil aus Quell- und Zielverkehr - also aus Verkehr, der durch die Kommune selbst oder Nachbarkommunen verursacht wird.“ In der Stadt Dorfen liege der Anteil von Ziel- und Quellverkehr laut Verkehrsgutachten von 2008 bei 70 Prozent. Durch die A 94 werde dieser Anteil weiter steigen. Eine B15 neu, die etwa 20 bis 25 Kilometer östlich verlaufe, könne dies nicht auffangen.

Die SPD fordert deshalb eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und der Geh- und Radwegesituation. Durch könne der Ziel- und Quellverkehr deutlich wirksamer gesenkt werden.

Die SPD zeigt auch Solidarität mit den Bürgern im Landkreis Mühldorf. Der Bau einer neuen Bundesstraße löse in Erding die gleichen Betroffenheiten aus wie in Mühldorf. Auf jeder Seite werde Landschaft versiegelt und Ackerland der ansässigen Landwirte vernichtet. Die Kreistage von Mühldorf, Ebersberg und Rosenheim lehnten das Projekt B 15 neu ab - ohne eine vierspurige Bundesstraße im Landkreis Erding zu fordern.

An die Adresse der Landkreis-CSU richtet die SPD den Rat, sich mit lautstarkem Einsatz für eine Trasse in Mühldorf zurückzuhalten. Kern: „Wer ständig lautstark eine vierspurige Bundesstraße fordert, muss sich nicht wundern, wenn man ihm diese irgendwann selbst vor die Nase setzt.“

(ar)

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