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Arbeitsverweigerer zahlen mehr Geld

Strittige Themen hatten die Mitglieder des Sportfischereivereins Dorfen-Altenerding zu diskutieren. Die Preise für die Tageskarten und das Arbeitsverweigerer-Entgelt wurden erhöht.

von Thomas Obermeier

Maria Thalheim Fehlender Arbeitseinsatz, höhere Preise für die Tageskarten und die neue Strogen-Schutzstrecke: In der Jahreshauptversammlung des Sportfischerverein Dorfen-Altenerding im Gasthaus Stulberger beim Berge in Maria Thalheim wurde über viele Themen heiß diskutiert.

Rund ging besonders beim Thema Arbeitseinsatz. Die Beteiligung daran lasse wieder einmal zu wünschen übrig, monierte Fischerchef Franz Flieher. „Jedes Jahr arbeiten nur die gleichen. So ist die Arbeit künftig nicht mehr zu stemmen. Kein Verein ist so freigiebig wie wir“, mahnte der Vorsitzende. Er blickt dabei auf die derzeit festgelegten fünf Stunden mit je elf Euro veranschlagten Nichterbringungsbeitrag – insgesamt also 55 Euro. „Damit lockst du heute keinen mehr hinter den Ofen hervor“, so Flieher. Er schlug deshalb im Namen des Vorstands vor, dieses Arbeitsverweigerer-Entgelt für Mitglieder bis 65 Jahre auf 18 Euro zu erhöhen.

Martin Glück und Alexander Heiß sprachen sich sofort für diese Erhöhung aus. Alois Obermaier meinte: „Mehr Leute, die Arbeitseinsätze erbringen, wären schon wichtig. Gerade bei den vielen Schichtarbeitern.“ Letztendlich waren die Fischer so selbstkritisch, dass sie einstimmig und anstandslos auf einen Stundensatz von 20 Euro erhöhten. „Das bestätigt die Arbeit des Vorstands“, freute sich der Vorsitzende.

Er konnte ansonsten den 99 anwesenden Mitgliedern in seinem Jahresrückblick überwiegend Positives berichten. „Der vorbildlich geführte Verein steht gut da. Die Fischervereine sorgen dafür, dass die Fischarten erhalten bleiben. 20 000 Fische haben wir 2017 gesetzt“, blickte Flieher zurück. Derzeit habe der Verein 298 Mitglieder – 188 Aktive, 88 Passive und 22 Jugendliche.

„Die billigen Preise locken viele Gastfischer zu uns“, erklärte Flieher. Die Preise für Tageskarten von elf Euro für Erwachsene und acht Euro für Minderjährige seien nicht mehr zeitgemäß. Er habe sich bei anderen Vereinen umgehört, sagte Flieger und schlug deshalb vor, die Preise für Mitglieder auf 15 Euro sowie für Schüler und Jugendliche auf zehn Euro zu erhöhen. Die Tageskarte für Gastfischer kostet künftig 18 Euro für Erwachsene und zwölf Euro für unter 18-Jährige. Nur fünf der anwesenden Mitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich.

Heftige Kritik hagelte es von Mitglied Georg Daimer, der bereits seit 40 Jahren an der Strogen fischt, über die dortige, voriges Jahr beschlossene Schonstrecke. Das sei am Ende einer stundenlangen Mammutsitzung, als jeder nach Hause wollte, noch eine Schnellschussabstimmung gewesen, kritisierte er. „Ich möchte, dass jeder fischen darf, wie er will – auch mit Naturköder wie in den vergangenen 100 Jahren“, forderte Daimer.

22 Nachwuchsfischer: Bei der Jugend läuft es bestens

Eine Aufhebung des Beschlusses wolle er nicht, stellte Flieher klar. Aber er gab zu, dass es eine hitzige Abstimmung gewesen sei. Der Vorsitzende versprach, das Thema in der nächsten Ausschusssitzung noch einmal zu behandeln.

Die Schonstrecke von der Grenze Aurlfing bis zum Wehr Angelsbruck bedeutet Einschränkungen für die Fischer und ein generelles Angelverbot von 1. Oktober bis 28. Februar jedes Jahres. Außerdem sind Natur- und Partikelköder jeder Art verboten – es darf ausschließlich mit Kunstködern sowie nur noch mit Einzel- und Schonhaken geangelt werden. Ziel ist unter anderem ein nachhaltiger Aufbau eines gesunden, sich selbst erhaltenden Salmonidenbestandes und der Schutz der Jungfische.

Auf die Höhepunkte des Vereinsjahrs blickte Schriftführerin Maria Bichlmaier zurück. So sei beim Fischerfest im September der Ansturm wieder enorm gewesen. Dies trage zum guten Kassenstand bei, erklärte Brigitta Poldinger. Angeschafft wurden ein Rasenmähertraktor (4400 Euro) und Abzugshauben fürs Fischerfest (800 Euro).

Dass es bei der Jugend bestens läuft, konnte der stellvertretende Jugendwart Stefan Leipfinger berichten. Die 22 Jugendlichen haben bereits 342 Euro in der Vereinskasse und im Juli einen Fliang-Fisch-Tag veranstaltet. Am 3. März findet die Jugendversammlung mit Neuwahlen statt, und Ende Juni ist ein Ausflug nach Österreich geplant.

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