Prost auf eine gute Partnerschaft (v. l.): Aliz Noll, Thomas Noll, Alexander Noll, Holger Fichtel, Grünbacher-Verkaufsleiter Ralph Petzelt und Michael Noll. foto: aichele

Arcobräu investiert in Schlossbrauerei

Grünbach - Die Schlossbrauerei Grünbach geht eine Kooperation mit Arcobräu ein. Konstante Qualität ist eines der Ziele.

Die Schlossbrauerei Grünbach hat neuerdings einen starken Partner an seiner Seite: Arcobräu, einem großen Mittelständler mit einem Jahresausstoß von 160 000 Hektoliter Bier. Die Niederbayern unterstützen das kleine Familienunternehmen von Alexander Noll mit Knowhow bei Logistik und Vertrieb sowie mit Investitionen. Noll braut in Grünbach rund 10 000 Hektoliter Weißbier pro Jahr und hat zwei Probleme: die schwankende Qualität der Rohstoffe - insbesondere Malz - und damit des Biers sowie eine wachsende Zurückhaltung der Kreditinstitute nach der Bankenkrise.

Mit der Zusammenarbeit werde außerdem ein Wettbewerbsnachteil der auf Weißbier spezialisierten Schlossbrauerei beseitigt, erklärte Holger Fichtel, Brauereidirektor von Arco: „Zukünftig kann der Wirt sagen: Ich nehme Arco und Grünbacher.“ So will Noll Schritt für Schritt wachsen. Bisher habe er freie Verträge mit knapp 100 Gastwirten aus der Umgebung, berichtete der Firmeninhaber gestern bei einer Pressekonferenz im Bräustüberl. Auch dort, der Heimat-Gaststätte der Marke, wollen die Partner übrigens ein neues Konzept entwickeln, um damit besser für das eigene Bier werben.

„Heutzutage ist man als Kleiner im Nachteil. Wir haben zu oft erlebt, dass die Rohstoffe miserabel sind“, berichtete Firmeninhaber Noll. Die Kooperation soll diese Schwierigkeiten auf der Einkaufsseite beenden. Auch Investitionen sind notwendig. Zum Beispiel hat sich die kleine Brauerei mit 15 Mitarbeitern bisher nicht die teure Analysetechnik geleistet, mit der große Firmen Fehler bei den Rohstoffen sofort entdecken können. Dann dürfte es auch nicht mehr passieren, dass das Grünbacher Weißbier, wie schon geschehen, beim Öffnen aus der Flasche schießt.

Der Kunde sei heutzutage anspruchsvoll, erklärte der Arco-Chef: „Ein Bier muss immer gleich schmecken.“ Gerade bei handwerklich gebrauten Bieren wie aus Grünbacher sei das eine große Herausforderung, erläuterte Noll. Sie würden im Gegensatz zu den Erzeugnissen der großen Konkurrenten nicht pasteurisiert. „Das verändert den Geschmack“, sagte er.

Um einen Aufkauf oder dergleichen gehe es nicht, betonten die Firmenchefs. „Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe“, so Fichtel. Dabei habe die Schlossbrauerei stetig investiert - „aus eigener Kraft“, bekräftigte Noll: Wasser- und Bierleitungen modernisiert und das Reifelager vergrößert. Gerade weil eine Brauerei Gastwirte als Kunden habe, werde sie aber von den Banken in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Er habe seit zwei Jahren nach einem Partner gesucht und in Arcobräu vor sechs Wochen gefunden. Die vier Kinder der Nolls, Michael (23), Thomas (21), Martin (15) und Bianca (12), seien von klein auf in der Firma eingebunden worden. „Ich will wissen, dass ich mein Lebenswerk weitergeben kann“, erklärte der 55-jährige Vater. (Timo Aichele)

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