Von der Straße in den Gerichtssaal? Die Pistengegner fürchten auch einen Mammutprozess nicht. Foto: archiv

20 Attachinger Musterkläger stehen schon bereit

Flughafen - Die Pistengegner bereitet sich auf einen Mammutprozess vor. Der Bund Naturschutz wird sie dabei unterstützen.

„Das hat gut getan“, sagte Attachings BI-Vorsitzender Franz Spitzenberger zu den rund 150 Zuhörern, nachdem Christine Margraf, Artenschutzreferentin des Bund Naturschutz (BN) zum Rundumschlag gegen die geplante Piste im Moos ausgeholt hatte. Man habe allen Grund, „äußerst optimistisch“ zu sein, stellte Margraf fest, würden die aktuellen Entwicklungen doch den Startbahngegnern Recht geben „und nicht den Anderen“. Bei den Flugbewegungen hinke der Airport fünf Jahre hinter den eh schon um fünf Jahre nach hinten gerückten FMG-Prognosen her, der Ölpreis sei auf einem Niveau, das man erst für 2020 prognostiziert habe. Jede neue Studie bestätige, wie wichtig der Lärmschutz sei, Klimaschutz werde immer zentraler. Und schließlich zeige die „frustrierende, erschreckende und zugleich lächerliche“ Antwort der Regierung und der FMG auf die Frage nach der Finanzierung, dass sie „auf gut Deutsch nicht wissen, wie sie es zahlen sollen“.

„Schlichtweg eine Sauerei“, sagte Markgraf, wäre es, sollte es nicht zu neuerlichen Erörterungsterminen kommen. Beim BN seien vor drei Tagen vier Aktenordner überarbeiteter Gutachten zum Thema Naturschutz eingegangen, berichtete Margraf. Es gebe also durchaus noch einiges zu erörtern. Vor allem gelte es aber, den Widerstand aufrecht zu erhalten, sei die Startbahn doch eine politische Entscheidung.

Neun Jahre nach Ausweisung des Vorrangebiets im Landesentwicklungsprogramm, fünfeinhalb Jahre nach Beantragung der Startbahn und gut drei Jahre nach dem Start des Planfeststellungsverfahrens trete man jetzt in „die entscheidende Phase“ ein, betonte Margraf. Weil im Falle eines positiven Planfeststellungsbeschlusses die Klagefristen knapp seien, bereitet man sich jetzt schon beim BN und bei der BI Attaching auf einen zwei bis drei Jahre dauernden „Mammutprozess“ vor Spitzenberger berichtete, dass sich bereits 20 Attachinger Bürger als Musterkläger zur Verfügung gestellt hätten. Die Auswahl werde durch die Schutzgemeinschaft Nord erfolgen.

Wichtige Botschaften gab es für die Grundstückseigentümer: Noch bestehe keine Notwendigkeit, mit den „hausierenden“ FMG-Aufkäufern überhaupt zu reden, so Michael Buchberger von der BI. Man dürfe sich „nichts ins Bockshorn jagen lassen“, appellierte auch Margraf: „Sie sind nicht der Letzte“, dessen Grundstück der FMG noch fehle, und man gehe auch in einem Enteignungsverfahren nicht leer aus. (zz)

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