Verdichtung findet in Langengeisling verstärkt statt. Bauen im nördlichen Stadtteil Erdings ist beliebt. Eine Zunahme des Verkehrs ist freilich die Folge. Foto: Hans W. Seeholzer

Auch das erzeugt Verkehr: Enormer Baudruck in Langengeisling

Langengeisling - Im Streit um die Nordumfahrung beklagen die Mitglieder der Langengeislinger Bürgerinitiative, in eine Verkehrslawine zu geraten. Bürgermeister Max Gotz erwidert, dass diese Blechschlange zu einem Gutteil hausgemacht sei. Der Baudruck dort sei enorm.

Dass Erding wächst, ist kein Geheimnis. Die Bevölkerungszahl soll von heute 36 000 auf rund 40 000 im Jahr 2025 zunehmen. Im Gespräch mit unserer Zeitung verdeutlicht Bürgermeister Max Gotz: „Dieses Wachstum findet auch in Langengeisling statt.“ Seinem Bauamt lägen „deutlich über 100 Bauanträge und -voranfragen vor“. Während etwa in Altenerding größere Freiflächen mit Wohnungsbau überplant werden, etwa im Thermengarten in Altenerding, rund um den ehemaligen Poststadl an der Taufkirchener Kreuzung sowie an der Haager Straße, findet in Langengeisling gegenwärtig eine enorme Verdichtung statt. „Wir haben zahlreiche Bereiche, die umbaut sind, und in denen nun verstärkt Wohnungsneu- oder -ausbau stattfindet“, so Gotz, der auch daran erinnert, „dass es sich größtenteils um Flächen handelt, die von Langengeislingern zur Bebauung verkauft wurden“. Der Stadtchef betont, dass er das nicht kritisiere, „aber jedem muss klar sein, dass jedes neue Haus Fläche versiegelt und Individualverkehr auslöst. Größere Vorhaben mit jeweils mehreren Häusern sind unter anderem an der Pfarrer-Kerer-, Wartenberger- sowie Jakob-Kaindl-Straße geplant - und zum Teil bereits genehmigt. In direkter Nachbarschaft zum neuen Kindergarten sind 14 bis 16 Häuser vorgesehen.

Die Bürgerinitiative „Nordumfahrung - so nicht“ hält dagegen an ihrer Kritik an der ED 99 fest. Die Initiatoren rechnen mit insgesamt 27 000 Fahrzeugen pro Tag, wenn die Umfahrung gebaut ist. Derzeit seien es rund 11 000. Die BI bezweifelt, dass die Alte Römerstraße durch die ED 99 entlastet werde. Im Faltblatt der BI heißt es dazu: „Es gibt bis heute keine verbindlichen Planungen für die Nordanbindung.“ Bürgermeister Max Gotz sagt dazu: „Die ist im Bebauungsplan für das neue Bahnhofsareal enthalten.“

Das Hauptargument der Geislinger ist jedoch der befürchtete Verlust schützenswerter Natur und wichtiger Naherholungsflächen. Die BI wehrt sich dagegen, von Straßen regelrecht in den Würgegriff genommen zu werden.

(Hans Moritz)

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