Historische Grenzsteinsetzung (v. l.): Hans Bräu, Anton Pointner, Anton Lechner, Konrad Eschbaumer, Manfred Ranft, Hans Wiesmaier, Konrad Gruber, Rudolf Wimmer (ehemals Vermessungsamt), Christoph Dusch und Anton Schröckenbauer. f.: tom

Historischer Stein bei Auerbach 

Friedliche Grenzziehung

Auerbach – Ein wackelnder Grenzstein mitten im Wald bei Auerbach – diese historische Grenzmarke kannte Konrad Eschbaumer, in der Gegend bekannt als der Urtlbauer, seit Jahren. Doch Anfang 2015 war der abgebrochene Stein plötzlich weg. Keiner wusste, wo der Grenzstein hingekommen war, bis ihn Jagdpächter Egon Lechner Monate später im Wald liegend fand. Nun wurde der Grenzstein neu gesetzt.

Dazu trafen sich die Verantwortlichen an dem Punkt zwischen den Gemarkungen Fraunberg und Auerbach. Nach Absprache hatte Eschbaumer dafür das abgebrochene Gegenstück ausgegraben und den Stein zur Reparatur bei Paul Neumeier gegeben. Der Wartenberger Steinmetz fügte die beiden Hälften wieder zusammen.

Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier freute sich wie sein Wartenberger Amtskollege Manfred Ranft über diesen Grenzziehungs-Termin ohne Grenzstreit. „Unser Konrad weiß, was Grenzen bedeuten und was Flur ist“, lobte Wiesmaier Eschbaumers Engagement. Schließlich sei er Fraunberger Feldgeschworener. Der Gemeindechef hob dabei die Wichtigkeit dieser Arbeit hervor.

Ranft freute sich, dass auch die Grundstücksanlieger Hans Bräu und Anton Lechner vor Ort waren, um wachsam auf ihre Grenzen zu schauen. Spontan übernahm der Wartenberger Gemeindechef die Kosten für die angefallene Steinreparatur.

Sogar Christoph Dusch der Chef des Erdinger Vermessungsamts war an seinem letzten Arbeitstag (wechselt nach Landshut) zu diesem besonderen Ortstermin gekommen. Nach Angaben aus alten königlichen Unterlagen konnte Dusch den noch mit der Hand gehauenen Granitstein auf das Jahr 1910 datieren. Da war dieser schon ins damalige Kataster eingezeichnet. Er könnte aber auch noch älter sein.

Nach der Einmessung durch Vermessungsoberrat Anton Schröckenbauer und Mitarbeiter Anton Pointner setzten die Feldgeschworenen Konrad Eschbaumer und Konrad Gruber den Grenzstein, der auch für die Jagdgrenze steht, an seiner historischen Stelle wieder fest.  

 Thomas Obermeier

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