Flüchtlinge gehen am 03.11.2015 in Passau (Bayern) am Bahnhof zu einem Sonderzug der nach Düsseldorf fährt. Foto: Angelika Warmuth/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der Flüchtlingsstrom nach Bayern hält an. Gerüchte schießen ins Kraut. Die SPD will aufklären.

Aufklärungskampagne der SPD

„Hässliche Fratze der Fremdenfeindlichkeit“

Erding - Über Asylbewerber im Allgemeinen und Flüchtlinge im Landkreis Erding im Besonderen kursieren viele Gerüchte. Vor allem die sozialen Netzwerke sind voll davon. Die SPD setzt nun auf Fakten statt Vorurteile.

Kreisverband und Ortsverein verteilen Flugblätter, in denen Kreisvorsitzender Martin Kern und Ortschef Horst Schmidt mit Informationen gegen Ressentiments vorgehen. Im Vorwort verweisen sie darauf, dass „wir in einer lebenswerten, gastfreundlichen und weltoffenen Stadt leben“. Aber: „Hakenkreuzschmierereien und rechtspopulistische Hetzschriften“ dokumentierten, dass „sich die hässliche Fratze der Fremdenfeindlichkeit auch bei uns zeigt“. Das werde die SPD nicht tolerieren. In der Asylpolitik „dürfen wir unseren inneren Kompass – die Menschlichkeit – nicht aus den Augen verlieren“.

„Wir können nicht alle aufnehmen“, lautet eine oft gehörte Befürchtung. Die SPD verweist darauf, dass Deutschland derzeit zahlenmäßig zwar die meisten Flüchtlinge aufnehme, man die Summe aber in Relation zur Gesamtbevölkerung setzen müsse. „Dann ergibt sich ein anderes Bild.“ Zudem erinnert die SPD daran, „dass 80 Prozent aller Flüchtlinge in der Region rund um ihre Herkunftsländer bleiben – also von der Bundesrepublik weit entfernt“.

Auf die Sorge, Flüchtlinge belasteten die deutschen Sozialsysteme erwidern Schmidt und Kern, dass man Zuwanderung auch als Chance begreifen könne. Denn hierzulande gebe es immer weniger junge Menschen, immer mehr Arbeitsplätze könnten nicht mehr besetzt werden. Auch die Dynamik im Kreis Erding bedürfe junger Menschen. Die SPD stellt die großen Herausforderungen für Deutschland aber nicht in Abrede.

Die Forderung, Deutschland müsse seine Grenzen schließen, pariert die SPD mit der Einschätzung: „Das löst in keiner Weise die Probleme.“ Deutschland müsse international Verantwortung tragen. Schmidt und Kern betonen aber auch, dass die Flüchtlingsfrage international beantwortet werden müsse.

Zur Aufklärung der Bürger finden in den kommenden Wochen gleich vier Veranstaltungen statt. Am Donnerstag, 12. November, spricht um 19.45 Uhr im Gasthof zur Post die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl zum Thema „Wie wert(e)voll ist Europa?“.

Am Freitag, 13. November, findet um 20 Uhr in der Schiaßn am Volksfestplatz eine „Refugees Welcome Party“ statt. Beginn ist um 20 Uhr. Veranstalter sind die Jusos, die Grüne Jugend und die Jungen Freien Wähler.

Am Dienstag 17. November, hält Sozialpädagogin Anni Kammerlander von Refugio einen Vortrag über traumatisierte Flüchtlinge. Beginn: 20 Uhr im Mayr-Wirt. Und am Mittwoch, 2. Dezember, wird im Cineplex-Kino ab 19 Uhr der Film „Willkommen auf Deutsch“ gezeigt. Im Anschluss wird über die aktuelle Situation in Erding diskutiert.

Hans Moritz

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