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A 94: Grundstücksbesitzer werden enteignet

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Die Bauarbeiten für die A 94-Brücke an der Bundesstraße 15 haben begonnen. Foto: Fischbeck
Die Bauarbeiten für die A 94-Brücke an der Bundesstraße 15 haben begonnen. Foto: Fischbeck

Dorfen - Bei Weiterbau der A 94 zwischen Pastetten und Dorfen hat die Autobahndirektion Südbayern längst nicht alle benötigten Grundstücke.

Von 585 Grundstücken auf der Strecke hat sich die Autobahndirektion bis dato nur mit rund 80 Prozent der Grundstücksbesitzer einigen können. Das berichtete der Leitende Direktor der Autobahndirektion, Gilbert Peiker, im Stadtrat. Bislang mussten laut Peiker sieben Besitzeinweisungsverfahren (Enteignungen) eingeleitet werden. Auf dem Teilstück zwischen Dorfen und Heldenstein seien 370 Grundstücke betroffen. Die Verhandlungen seien nun angelaufen, Besitzeinweisungsverfahren ebenfalls erforderlich.

Peiker nannte diese Zahlen bei der Diskussion um zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen auf Höhe der Goldachtalbrücke bei Schwindkirchen. Der Stadtrat beschloss hier die große Lärmschutzvariante. Vor allem das Bau-Provisorium von der B 15 zur Lappachtal-Brücke hob Peiker hervor. Die Brücke sei ein Schlüsselbauwerk, weil nach deren Fertigstellung Massentransporte abgewickelt werden könnten, ohne das vorhandene Straßennetz zu beanspruchen. Derzeit werde bereits an der endgültigen Verlegung der B 15 bei Hausmehring, also im Bereich der späteren Auffahrt-Trasse, gearbeitet. Bereits in diesem Jahr werde an einem Überführungsbauwerk der Bundesstraße über die Autobahn begonnen. Somit würde dann der Verkehr bei den weiteren Autobahn-Baumaßnahmen nicht mehr behindert.

Auch die Kreisstraße ED 12 werde bereits vorab verlegt, hieß es. Gleichzeitig laufe derzeit ein sogenannter Voreinschnitt bei Watzling. Teilweise müssten hier sehr tiefe Einschnitte vollzogen werden, um weitere Erkenntnisse über die Geologie an dieser Stelle zu erhalten. Diese seien wichtig, um in das Vergabeverfahren des ÖPP-Modells einzufließen. Dieses soll im Sommer starten.

Im August beginnen laut Peiker auch die Bauarbeiten von Brückenbauwerken bei der Gemeindeverbindungsstraße südlich von Schwindkirchen sowie bei der Kreuzung der Kreisstraße ED 22. Peiker versprach nochmals, dass die Abschnitte Pastetten-Dorfen und Dorfen-Heldenstein zeitgleich für den Verkehr freigegeben werden sollen. Dadurch solle ein Verkehrs-Kollaps vor allem in Schwindkirchen vermieden werden.

Im Bereich Schwindkirchen werde die Autobahndirektion den Einbau des Dünnschichtbelags, der eine weitere Lärmreduktion verspräche, bis Kaidach verlängern. Die Mehrkosten beliefen sich auf etwa sieben bis acht Euro pro Quadratmeter. Die weitere Lärmreduzierung belaufe sich auf mindestens ein dB(A).

Zur weiteren Lärmreduzierung gegenüber der Planfeststellung, sind drei Varianten untersucht worden. Der Stadtrat beschloss den mit 150 000 Euro teuersten Vorschlag, eine Kombination aus zwei Varianten. Man erreiche an der Goldachtal-Brücke nördlich der A 94 nächstgelegenen Anwesen bei Mirdelsberg, Schwindkirchen und Nicking eine Pegelminderung von 0,1 bis 0,6 dB(A). Dadurch steige allerdings bei den Anwesen Seemühle und Unterschiltern südlich der A 94 der Lärmpegel um 0,1 dB(A). Peiker betonte, dass kein Grenzwert überschritten werde.

Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern aufzunehmen. Die Stadt strebt mit der Autobahndirektion eine kostenneutrale Finanzierung der Maßnahme an. Peiker machte den Räten aber wenig Hoffnung. Die Autobahndirektion müsse sinnvoll mit den Steuergeldern umgehen.

Bürgermeister Grundner entgegnete, dass die Kosten der Stadt auch mit Steuergeldern bezahlt werden müssen. Ihm sei bewusst, dass dieser Punkt noch nicht geklärt werden könne. Dies müsse an anderer Stelle mit der Autobahndirektion erfolgen. (fis)

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