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Autobahngegner: A94-Fertigstellung dauert Jahrzehnte

Dorfen - Dass die A 94 bis 2018 fertig sein soll, ist für die Autobahngegner illusorisch. „Es werden Jahrzehnte ins Land ziehen“, prophezeit deren Sprecher, Heiner Müller-Ermann.

„Schon zu finanziell besseren Zeiten ging es nur langsam voran“, argumentiert Heiner Müller-Ermann, Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen die A 94. Der von der Autobahndirektion genannte Fertigstellungstermin gelte nur, wenn die Finanzierung gewährleistet sei. Dazu sei aber ein Blick auf die Fakten interessant.

Der A 94-Bau von Alzgern bis Ampfing habe von 1996 bis 2006 gedauert. Für 27 Kilometer hätten die Autobahnbauer trotz bestehenden Baurechts und ebenerdiger Trassenführung elf Jahre gebraucht. „Dass man im Schnitt nur 2,5 Kilometer pro Jahr bauen konnte, lag ausschließlich an der Finanzierung. Dabei war es egal, ob im Bund Schwarz oder Rot regierte“, so Müller-Ermann. Für den Abschnitt Forstinning - Pastetten betrage die Bauzeit drei Jahre. Bei 6,25 Kilometern seien das nur gut zwei Kilometer pro Jahr. Für den Abschnitt Ampfing - Heldenstein, für den 2009 Baubeginn war, sei die Fertigstellung für 2012 geplant. Bei einer Länge von 4,3 Kilometern sei dies eine Jahresleistung, die deutlich unter zwei Kilometern liege.

Müller-Ermann: „Nun weiß jeder, dass die Staatsfinanzen nicht besser, sondern schlechter werden. Aber selbst wenn die Finanzierungsraten auf der bisherigen Höhe blieben, würde dies für die verbleibenden 34 Kilometer von Pastetten nach Heldenstein nicht einen Fertigstellungstermin 2018 sondern eher 2028 bedeuten. Der Vertreter der Autobahndirektion war deshalb klug genug, seine Prognose mit dem Finanzierungsvorbehalt zu versehen“.

Das Fazit der Autobahngegner: „Wer das Chemiedreieck nicht weitere Jahrzehnte warten lassen will, der muss endlich auf die Trasse Haag umschwenken. Während die Trasse Dorfen erst nach ihrer Gesamtfertigstellung bis Heldenstein verkehrswirksam wäre, ist bei der Trasse Haag jeder fertiggestellte A 94-Abschnitt sofort nutzbar, da er ja an die B 12 angebunden ist. Somit würde die hochgefährliche B 12 Schritt für Schritt durch die vergleichsweise sichere A 94 ersetzt.“

Das sieht auch Dorfens Bund-Naturschutz-Chef Jakob Baumgartner so. „Es bringt auch nichts, auf Privatfinanzierung zu hoffen. Der Oberste Rechnungshof hat diesen Modellen einen Riegel vorgeschoben, da sie letztlich die Steuerzahler teurer zu stehen kommen, als eine staatliche Finanzierung.“ Baumgartner: „Wer rational handelt, wird die Trasse Haag realisieren. Wer hingegen in seinen ideologischen Schützengräben bleibt, wird noch sehr lange auf die durchgängige Autobahn warten und ebenso lange die Toten auf der B 12 in Kauf nehmen.“

Anton Renner

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