Autokennzeichen WS: „Kompletter Wahnsinn“

Erding - Das Autokennzeichen WS für Wasserburg wird es im Kreis Erding nicht geben. Das hat der Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt gestern beschlossen.

Damit liegt Erding auf einer Linie mit Ebersberg. Rosenheim und Mühldorf halten es anders. Sie wollen Autofahrern die Erinnerung an den Landkreis ermöglichen, der 1972 an die vier genannten Kreise aufgeteilt wurde. In Erding sind sich dagegen alle Entscheidungsträger einig. „Schmarrn“, sagen sie.

Sogar Isens Bürgermeister Siegfried Fischer benutzt dieses Wort. Dabei regiert er eine der beiden Gemeinden, die früher zu Wasserburg gehört haben. Die zweite ist St. Wolfgang. „ED für Erding ist schon eingebürgert“, sagt Fischer. Auch die Beziehungen zur ehemaligen Kreisstadt seien eingeschlafen, erzählt eine Isenerin: „Ich glaub, ich bin schon 20 Jahre nicht nach Wasserburg gekommen.“

Eine Gesetzesänderung ermöglicht die Wiedereinführung der Altkennzeichen. Es liegt aber in der Entscheidungsgewalt der Kreise. „Das Irrsinnige daran“, stellte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) heraus: „Jeder Bürger, egal welchen Wohnsitz er im Kreis Erding hat, dürfte dann WS beantragen.“ Einwohner von Goldach (früher ED, jetzt FS) oder Schwindkirchen (früher MÜ, jetzt ED) hätten aber nicht das Recht auf Rückbesinnung. MÜ, FS und ED seien keine Altkennzeichen, sagte Bayerstorfer über die gesetzliche Grenzziehung.

Nachdem ihm auch aus den Randgebieten kein Antrag vorliege, so der Landrat, habe er keinen Anlass, diesen „kompletten Wahnsinn“ zu befürworten. Beifall fand die Bilanz von Horst Schmidt (SPD): „2012 haben wir voller Stolz 40 Jahre Landkreis Erding gefeiert. Dann kann man auch voller Stolz das Kennzeichen ED fahren.“

Vereinzelt findet man aber auch Fans einer Rolle rückwärts, zum Beispiel Albert Larasser, 2. Kommandant der Feuerwehr Schnaupping - ein Ort, der heute fast schon im Kreis Mühldorf liegt und früher Teil von Wasserburg war. „Ich würde es nicht verkehrt finden - aus Nostalgie-Gründen“, sagt Larasser. Schließlich hätten manche seiner Nachbarn noch WS auf ihrem alten Bulldog.

(Timo Aichele)

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