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504 Neuwagen im Wert von 16,8 Millionen Euro werden bei der 46. Automobilausstellung Erding auf dem Volksfestplatz ausgestellt. Sie dauert noch bis Sonntag, 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, parken kann man kostenlos.

46. Automobilausstellung Erding auf dem Volkfestplatz

Selbstbewusstsein in der Diesel-Krise

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Bei bestem Wetter hat am Samstag die 46. Automobilausstellung Erding begonnen. Am (Wahl-)Sonntag ist sie von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die 46. Automobilausstellung Erding ist die größte ihrer Geschichte. Motor Günter Lassak hat noch ein paar Trümpfe in der Tasche.

Erding - Man kann sich nur wundern: Auf Günter Lassak hören nicht nur die automobile Welt im Erdinger Land und gestandene Formel 1-Piloten. Nein, nicht einmal Petrus kann dem Reithofener mit Benzin im Blut einen Wunsch abschlagen. Und so strahlte auch über der 46. Automobilausstellung Erding (AAE) die Sonne.

Nicht nur das: Von der Krise des Automobils im Allgemeinen und des Verbrennungsmotors, vor allem des Diesels, im Besonderen war nicht allzu viel zu spüren. Im Gegenteil, die 33 Hersteller und Händler fuhren 504 Neuwagen im Wert von 16,8 Millionen Euro auf den Volksfestplatz. Vor einem Jahr waren es laut Lassak noch 430 Autos für 14,2 Millionen Euro gewesen. Hinzu kamen sieben Dienstleister rund ums Auto.

Die 46. AAE war damit die bisher größte. Und wenn wir schon bei den Rekorden sind: Lassak freut sich, „dass Erding der Ort der größten Neuwagenschau unter freiem Himmel in ganz Bayern ist“. An der AAE komme deswegen keiner vorbei, so Lassak. Als Beispiel nannte „Mr. Mercedes“ den hippen Elektroauto-Hersteller Tesla. „Der hat die Internationale Automobilausstellung IAA in Frankfurt gemieden, bei uns ist er.“

Sechs weitere Hersteller habe er auf der Warteliste. „Aber hier bringe ich nichts mehr unter.“ Diese Klage vernahm Erdings Oberbürgermeister Max Gotz, der darauf hinwies, „dass wir das Volksfestgelände nach Osten hin erweitern wollen. Das Herbstfest braucht Flächen, die AAE auch.“ Lassak versicherte, die Schau sei für die Händler ein heißes Pflaster: 2016 seien auf der Messe sowie am Tag danach 65 Neuwagen verkauft worden.

OB Gotz wies darauf hin, „dass die Mobilität für die Menschen eine große Rolle spielt“. Wie groß sie ist, zeige sich dann, wenn sie beeinträchtigt werde – „etwa durch eine Brücke, deren Neubau nicht vorankommt“, sagte er in Anspielung auf die leidige Baustelle am Fehlbach/Freisinger Straße. Gotz rechnet mit spannenden Jahren für die Branche. „Die Industrie ist gefordert, Antworten auf die Fragen von Mobilität, Umweltschutz und geringeren Emissionen zu liefern.“

Liefern konnte auch Landrat Martin Bayerstorfer. Er berichtete von 128 000 zugelassenen Fahrzeugen im Landkreis. Es gebe 595 Hybride (Benzin und Strom) sowie 131 reine Elektroautos.

Für den CSU-Politiker steht fest: „Mobilität ist ein Grundrecht. Wer sie politisch einschränken will, schränkt ein Grundrecht ein.“ Natürlich müsse man über alternative Antriebe reden und diese auch weiter forcieren. „Aber Demokratie braucht Mobilität, weil sie Freiheit bedeutet.“ Die Tricksereien der Hersteller müssten aufhören. „Die Fahrzeugindustrie ist unsere Schlüsselindustrie. Wer an ihr den Hebel ansetzt, gefährdet den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Bayerstorfer.

Autoschau in Erding: Die Bilder vom Samstag

Zu dieser Debatte passte ein Ausstellungsstück des Toyota-Händlers Hausmann – ein Brennstoffzellen-Wagen mit E-Motor und Wasserstofftank. Das könnte die Zukunft sein. Die Gegenwart sind bei laut Verkäufer Gerhard Sedlmeier vor allem die Hybrid-Fahrzeuge. „Bei uns machen sie schon 72 Prozent aus, bundesweit sind es 60 Prozent.“ Die Kehrseite: „Diesel sind nahezu unverkäuflich geworden – Neue wie Gebrauchte.“ Dabei seien die Euro-6-Motoren sauber und nicht von einem Fahrverbot bedroht.

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