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Bahn will Tieferlegung der Gleise verhindern

Dorfen - Die Deutsche Bahn will beim Ausbau der Strecke München-Mühldorf Fakten schaffen. Durch den Bau einer Brücke bei Kloster Moosen soll die geforderte Tieferlegung der Gleise unmöglich gemacht werden.

Von 2001 bis 2010 lief das Planfeststellungsverfahren für die Auflösung der Bahnübergänge in Kloster Moosen und bei der Ziegelei Meindl. Die Unterlagen liegen derzeit beim Eisenbahnbundesamt, das wohl demnächst den Planfeststellungsbeschluss erlassen wird.

Die Bahn hat das Planfeststellungsverfahren unbeeindruckt von der Kritik und Forderungen seitens der Stadt durchgezogen. Mehrmals hat der Stadtrat deutlich gemacht, dass die „Salamitaktik“, wie sie von der Bahn beim geplanten Ausbau der Strecke München-Mühldorf betrieben wird, nicht hinnehmbar ist. Die Stadt hat stattdessen verlangt, die Bahn solle eine Gesamtplanung vorlegen.

Im Rathaus bereitet man sich jetzt offenbar auf eine rechtliche Auseinandersetzung vor. „Die Beseitigung der Bahnübergänge durch Brückenbauwerke wird nicht akzeptiert“, umreißt Pressesprecher Georg Seitz die Haltung der Stadt. Wenn das Eisenbahnbundesamt den Planfeststellungsbeschluss erlasse, habe die Stadt die Möglichkeit dagegen zu klagen. Die Bahn müsste mit der Stadt beim Bau der Brücken eine so genannte Kreuzungsvereinbarung abschließen – denn die Stadt müsste sich finanziell am Bau der Brücken beteiligen. Eine solche Vereinbarung wird die Stadt laut Seitz aber „nicht unterzeichnen“.

Auch die Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ ist über das Vorhaben der Bahn entsetzt. Die Beseitigung des Bahnüberganges Kloster Moosen durch eine Brückenanlage sei nicht nur „landschaftszerstörend“, so BI-Sprecher Georg Brandhuber, sondern auch teuer.

Die Bahn schätze die Kosten für diesen Brückenbau auf 4,7 Millionen Euro. Auf die Stadt würde hier laut Gesetz ein Drittel, also über 1,5 Millionen Euro zukommen. Mit dem Brückenbau gehe die Bahn von jetzigen Höhenverhältnissen aus. Brandhuber: „So werden bei Verwirklichung der Planungen Tatsachen geschaffen, die eine Tieferlegung der Gleise, wie von uns gefordert, wenigstens in diesem Streckenabschnitt unmöglich machen, und durch die nötigen Vorläufe auch Einfluss auf weitere Bereiche haben.“

Die Bürgerinitiative hält den Bau der Überführungsbrücke für „unnötig“. Bei entsprechender frühzeitiger Absenkung der Gleise könnten alleine beim Bahnübergang Kloster Moosen etwa vier Millionen Euro gespart werden. Laut Brandhuber hat er bei einem Gespräch mit Bürgermeister Heinz Grundner die Bedenken der Bürgerinitiative gegen die bei Kloster Mooosen geplante Überführung vorgebracht. Brandhuber hat den Stadtchef bei dem Gespräch aufgefordert, sich bei der Bahn für die Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens einzusetzen, bis endgültig entschieden ist, ob beim zweigleisigen Bahnausbau ein Tieferlegung der Gleise im Bereich Dorfen finanzierbar ist.

Grundner hat laut Brandhuber zugesagt, sich deswegen unverzüglich mit der Bahn in Verbindung zu setzen.

Anton Renner

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