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Bahn: Zahlen der Bürgerinitiative unseriös

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Es ist wie ein Ping-Pong-Spiel. Die Bürgerinitiative Bahnausbau behauptet, eine Tieferlegung der Gleise im Bereich Dorfen komme günstiger als ein ebenerdiger Ausbau. Die DB Netze bestreitet das.

DB NEtz zum Bahnausbau

Bahn: Zahlen der Bürgerinitiative unseriös

Es ist wie ein Ping-Pong-Spiel. Die Bürgerinitiative Bahnausbau behauptet, eine Tieferlegung der Gleise im Bereich Dorfen komme günstiger als ein ebenerdiger Ausbau. Die DB Netze bestreitet das.

von Anton Renner

Dorfen – Georg Brandhuber von der Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ hat der Bahn vorgeworfen, „die nachgewiesenermaßen wesentlich wirtschaftlichere Tieferlegung“ bewusst zu überteuern, um den Bahnausbau ebenerdig durchführen zu können. Brandhuber wirft der Bahn zudem vor, neueste Zahlen geheim zu halten.

Die Bahn bestreitet das. Michael-Ernst Schmidt, bei der Deutschen Bahn AG zuständig für Kommunikation Großprojekte dazu: „Tatsache ist, dass bei der DB AG und ihren Planern weder neue noch ,neueste‘ Zahlen vorliegen. Folgerichtig konnte auch nichts kommuniziert werden. Es gibt auch keine Geheimzahlen. Wir verwahren uns gegen entsprechende Unterstellungen Dritter, sie entbehren jeglicher Grundlage. Auch ein Einwurf aus dem Bundestags-Petitionsausschuss liegt uns noch nicht vor. Leider bleibt Herr Brandhuber schuldig, die genaueren Quellen seiner Recherchen zu nennen.“

Schmidt weißt darauf hin, dass die Bahn immer wieder „auf die Unschärfe der bisherigen ersten Grobschätzungen“ hingewiesen habe. „Hier gehen wir von einer Unsicherheit +/- 20 Prozent aus.“ Erst nach Vorliegen der Baugrunduntersuchungen und einer größeren Planungstiefe ließen sich die Kosten seriös beziffern. Die Vorplanung für den zweigleisigen Ausbau und die Bahnstrecke im Bereich Dorfen sei noch nicht abgeschlossen. „Für eine seriöse Kostenschätzung fehlen noch wichtige Daten – beispielsweise Bodenerkundungen, um den Tiefbau besser einschätzen zu können“, so Schmidt.

Auf der Internetseite zum Bahnausbau München-Mühldorf-Freilassing hat die Bahn gestern „zur Versachlichung der Diskussion“ Zahlen und Fakten zum Ausbauabschnitt Dorfen zusammengestellt. „Alles, was an Zahlen bislang auf dem Tisch liegt, sind sehr grobe Einschätzungen, sie zeigen aber eindeutig: Eine Tieferlegung der Bahnstrecke ist technisch sehr viel aufwändiger und darum teurer als ein ebenerdiger Ausbau“, heißt es darin. Der Bahnausbau ohne jegliche Tieferlegung, lediglich mit Beseitigung des Bahnübergangs an der B 15, kostet demnach laut einer groben Schätzung 60 bis 65 Millionen Euro. Beim Kostenansatz zum ebenerdigen Ausbau seien neben den immer erforderlichen Anlagen wie Tiefbau, Oberbau (Gleis) auch ein kurzer Bahn-Trog im Bereich B 15, die Straßenüberführung über die B 15, eine neue Kreuzung Birkenallee und Lärmschutzwände im Bereich Dorfen enthalten. Hingewiesen wird auch darauf, dass mit einer Tieferlegung der Gleise keine teuren Brücken spare. Selbst bei einer Tieflage müssten aufwändige Kreuzungsbauwerke errichtet werden. „Ein einfacher ,Deckel‘ über einen Trog genügt nicht.“

Dass die Bürgerinitiative für einen drei Kilometer langen Trog nur auf Baukosten von 90 Millionen Euro kommt, ist für die Bahn nicht nachvollziehbar. „Wir können daher nur vermuten, dass z.B. keine Baukosten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes während der Bauzeit eines langen Troges enthalten sind, sowie keine Planungskosten und auch keine Risikozuschläge berücksichtigt wurden. Da insbesondere noch keine ausreichenden geotechnischen Untersuchungen durchgeführt wurden, ist das Risiko für den Tiefbau kaum einschätzbar“, heißt es dazu. Dies führe in Summe dazu, dass sich die reinen Baukosten mehr als verdoppeln könnten.

Mehr zum Bahnausbau gibt es auf der Internetseite der DB Netze unter www.abs38.de.

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