Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer sieht beim Bahnausbau jetzt den Freistaat in der Pflicht.

Bahnausbau: "Jetzt muss der Freistaat ran"

Dorfen - Die heiße Luft des Bahn-Gipfel in Loh ist noch nicht verzogen, da gibt es eine neue Forderung: Die Finanzierung des zweigleisigen Ausbaus zwischen Markt Schwaben und Ampfing soll der Freistaat stemmen.

„Bayern kann sich nicht länger verstecken und nur den Bund in die Pflicht nehmen wollen“, urteilt der SDP-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer. Es müsse jetzt endlich etwas vorangehen, „sonst muss ich 185 Jahre alt werden, bis die Strecke ausgebaut ist“, so der 57-Jährige Politiker.

Die Strecke München-Mühldorf-Burghausen habe verschiedene Funktionalitäten – Güter- und Regionalverkehr. Da sei auch der Freistaat in der Pflicht. Gerade zwischen Ampfing und Markt Schwaben sei das Pendleraufkommen sehr hoch. Schurer stützt seine Forderung auf eine interne, seinen Angaben nach vor vielen Jahren erfolgte Absprache zwischen Bund und Land zur Streckenlastenaufteilung. Die gelte es jetzt umzusetzen.

Und eine weitere Forderung kommt von Schurer: „Der Ausbau der Mühldorfer Strecke muss auch im Unternehmen Bahn höher positioniert werden.“ Im Klartext: Bislang hat die Bahn gar kein gesteigertes Interesse am Ausbau. Das ist für den SPD-Abgeordneten aber „völlig unverständlich“. Wacker Chemie in Burghausen und der österreichische OMV-Konzern hätten größtes Interesse, noch mehr Fracht auf die Schiene zu bringen. Alleine Wacker habe im letzten Jahr Hunderte von Millionen Euro investiert. Damit würde die mögliche Jahresfracht auf der Bahnstrecke von derzeit drei auf sechs Millionen Tonnen verdoppelt werden können. Schurers Schluss daraus: „Der Streckenausbau über Mühldorf nach Tüßling und dann weiter nach Burghausen könnte binnen weniger Jahre refinanziert werden“.

Und auch für 2015, wenn der Bundesverkehrswegeplan fortgeschrieben wird, müsse die Politik handeln. Schurer fordert, dass zwischen Markt Schwaben und München-Ost der viergleisige Ausbau in den vordringlichen Bedarf muss. Ein Ringschluss zum Flughafen würde unter Volllast nie mit zwei Gleisen funktionieren. Schurer: „Die S-Bahn braucht zwei separate Gleise.“

Anton Renner

Auch interessant

Kommentare