Zahlreiche Bürger kamen zur Sitzung des Stadtrates in den Saal der Sparkasse und folgten damit einem Aufruf der Bürgerinitiative Bahnausbau. Foto: prä

Bahnausbau: Stadtrat fordert Trog oder Tunnel

Dorfen - In einem Grundsatzbeschluss fordert Dorfens Stadtrat im Zuge des geplanten zweigleisigen Bahnausbaus der Strecke München - Mühldorf eine Tunnel- oder Trog-Lösung im Stadtbereich.

Damit ist der Stadtrat einem Appell der Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ gefolgt (wir berichteten). Die BI fordert ungeachtet zu erwartender Millionenkosten eine Tunnel- oder Trog-Lösung für Dorfen. Mit über tausend Unterschriften sei die BI-Forderung bereits unterstützt worden, informierte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Ein Teil der Unterschriften sei kürzlich beim Bahn-Gipfel in Loh an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) übergeben worden.

Befürchtet wird durch den Bahnausbau die Verschandelung Dorfens durch meterhohe Lärmschutzwände an den Gleisen von Rutzmoos bis Kloster Moosen und folglich die Zerteilung der Stadt. Deshalb sei es „geboten“ sich der BI anzuschließen, sagte der Stadtchef. Er wertete als „sinnvoll“, wenn sich der Stadtrat eindeutig dafür ausspreche, „die verkehrstechnisch und städtebauliche beste Lösung für Dorfen“ bei der Bahn jetzt einzufordern. Ein Referenzmodell sei Unterföhring. Dort habe ein Tunnelprojekt unter Verkehr rund 83 Millionen Euro gekostet, mit Beteiligung der Kommune mit rund 64 Millionen Euro.

Einig war sich der Stadtrat, dass eine solche Summe für Dorfen nicht zu realisieren wäre. Heiner Müller-Ermann (SPD) sprach deshalb von „einer Debatte, die weit ab jeder Realität liegt“. Er unterstütze dennoch die BI-Forderung. Die müsse man erheben, um sich später nicht einmal den Vorwurf von der Bahn machen lassen zu müssen, „ihr habt ja nichts gefordert“, warnte Grundner.

Der Stadtrat fasste den Grundsatzbeschluss, die Beseitigung der bestehenden Bahnübergänge bei Kloster Moosen, der Firma Meindl, der B 15 und der Staatsstraße bei Lappach in Form einer Tunnel- oder Trog-Lösung anzustreben. Die Verwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen Schritte in die Wege zu leiten. Martin Heilmeier (LDW) stimmte als einziger dagegen. Er wolle „den Bürgern nichts vormachen“. Er sei zwar für eine Trog-Lösung, nicht aber nicht für die Tunnelforderung. (prä)

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