Das ist die Höhe: BI-Sprecher Georg Brandhuber vor dem Transparent, dass die Ausmaße der Lärmschutzmauer zeigt, dei von der Deutschen Bahn im Bereich Dorfen geplant ist. Foto: Renner

Bahnausbau: Trumpfkarte Ziegelei soll stechen

Dorfen - Die Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ hofft bei ihrer Forderung nach einer Tieferlegung der Gleise auf Unterstützung der Ziegelei Meindl. Zum Werk führt ein Bahnübergang, den die Bahn auflösen will. Auch die Stadt hat der Schließung zugestimmt.

Im Zuge des geplanten Bahnausbaus will die Deutsche Bahn zahlreiche Bahnübergänge schließen - im Dorfener Bereich alleine vier. Darunter ist auch die nördliche Betriebszufahrt der zur Creaton AG gehörenden Ziegelei Meindl. Dieser Übergang wird zusätzlich zur computergesteuerten Schranke aus Sicherheitsgründen von einem DB-Mitarbeiter aus einem alten Stellwerk überwacht. Wegen der aus- und einfahrenden Lkws könnte es nämlich vorkommen, dass ein Brummi auf den Gleisen steht, wenn diese geschlossen werden.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Bahnausbau, Georg Brandhuber, ist nach einem Treffen mit dem Dorfener Ziegelei-Werksleiter Ernst Wabro davon überzeugt, dass an dieser Stelle eine Tieferlegung der Gleise die einzig mögliche Maßnahme ist, die Zufahrt zur Ziegelei zu erhalten. Eine Unter- oder Überführung der Gleise sei wegen der räumlichen Situation nicht möglich. Brandhuber glaubt daher, dass die Ziegelei ihre grundbuchmäßig gesicherte Betriebszufahrt nicht aufgeben wird und die Bahn hier um eine Tieferlegung der Gleise nicht herumkommt.

Diese Einschätzung ist allerdings euphorisch. Wie Ziegelei-Werksleiter Wabro gestern gegenüber dem Dorfener Anzeiger erklärte, habe sich die Ziegelei zwar vor zwei Jahren bei der Anhörung zur Schließung des Bahnübergangs bei der Regierung von Oberbayern dagegen verwehrt. Allerdings fordere die Ziegelei keine Tieferlegung der Gleise, sondern einen alternativen Zugang zum Werk für die Mitarbeiter. Ein solcher Zugang sei etwa vom B 15-Bahnübergang entlang der Gleise zu realisieren. Dass auch die Stadt Dorfen der Schließung des Bahnübergangs zum Werk zugestimmt hat, kann Wabro „durchaus verstehen“. Schließlich wolle die Stadt den Lkw-Verkehr aus dem Bahnhofsbereich heraushaben. Dies sei auch kein Problem, da die Lkws ja über die südliche Zufahrt das Werksgelände erreichen können. Den Mitarbeitern, die aber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Ziegelei kämen, müssten einen Zugang von Norden her haben.

Die Bürgerinitiative indes ist weiter davon überzeugt, dass eine Troglösung realisiert werden kann. Bei einer Aktion am Bahnübergang Fürmetz-Hölzl wurde in fünf Metern Höhe ein Transparent angebracht, das auf die drohenden Schallschutzmauern bei einem Ausbau ohne Tieferlegung der Gleise aufmerksam macht. Am Übergang wurde auch ein Unterschriftentisch mit Foto-Illustrationen aufgestellt. Hier können sich Spaziergänger in die Unterstützerlisten für die Ziele der Bürgerinitiative eintragen. Auch eine Unterschriftenaktion von Haus zu Haus ist im Gange. Derzeit unterstützen über 1440 Bürger die Initiative. BI-Sprecher Brandhuber: „Wir suchen weitere Mithelfer, die sich mit Rat und Tat gegen eine Verschandelung unseres Ortsbildes und des gesamten Isentales einsetzen wollen. Große Mehrheiten können auch Großes erreichen.“

Wir sich engagieren will, kann sich unter Tel. (0 80 81) 95 35 69 melden.

Anton Renner

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