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Bahnausbau: ÜWG warnt vor der Teilung der Stadt

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Nebulös wie das Wetter gestern morgen am Dorfener Bahnhof ist die Informationspoltik der Deutschen Bahn. Foto: Maria Lunkeit
Nebulös wie das Wetter gestern morgen am Dorfener Bahnhof ist die Informationspoltik der Deutschen Bahn. Foto: Maria Lunkeit

Dorfen - 22 Jahre nach dem Berliner Mauerfall droht wieder einer Stadt die Teilung: Dorfen. Im Zuge des geplanten Bahnausbaus würde die Stadt nach derzeitigen Planungen von einer Lärmschutzwand durchzogen. Die ÜWG schlägt Alarm.

Dorfen - Der Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf ist in Dorfen seit vielen Jahren Dauerthema. Deutsche Bahn und Politik fahren einen Zickzack-Kurs: Meldungen über einen baldigen Ausbau wechseln sich mit solchen ab, der Ausbau sei auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Nicht nur die Situation für die Bahnpendler wird zunehmend schlechter, da überfüllte Züge längst keine Seltenheit mehr sind. Auch Dorfen droht ein Chaos. Für die Dorfener ÜWG reicht es jetzt.

„Aufgrund der völlig unzureichenden Informationspolitik der Bahn ergibt sich für Dorfen eine nicht hinnehmbare Situation“, konstatiert der ÜWG-Vorsitzende und Fraktionsführer im Stadtrat, Achim Steiger. Gerade auch in Anbetracht der Situation in Ampfing erscheint Steiger „Handlungsbedarf gegeben“. Dort wurden entlang der Bahnlinie Lärmschutzwände errichtet, die für Dorfen eine Katastrophe wären. Steiger: „Dies würde zu einer erheblichen Verschandelung des Dorfener Ortsbildes führen. Sollten die Planungen der Bahn Wirklichkeit werden, würden beidseitig des Gleisweges von Lappach bis Kloster Moosen fünf Meter hohe Mauern errichtet werden. Die Situation am Bahnübergang an der B 15 würde durch eine Zunahme des Zugverkehrs von derzeit etwa 130 auf 330 Züge pro Tag eskalieren.

Für die Überparteilichen ist daher klar, „dass nur ein Bahnausbau im Rahmen einer Troglösung geeignet ist einerseits wirksam vor Lärm zu schützen und andererseits gleichzeitig die Probleme bei der Kreuzung der B 15 mit der Bahnlinie in vernünftiger Weise zu lösen“. Sowohl eine Unterführung der B 15 unter der Bahn, als auch eine Brücke über die Bahnlinie hält die ÜWG für ungeeignet.

Steiger: „Unabhängig vom Stand der Planungen der Bahn sind wir der Auffassung, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um selbst die Initiative zu ergreifen und die Vorstellungen der Dorfener Bürger zum Bahnausbau zu ermitteln und gegenüber Bahn und Politik mit Engagement zu vertreten.“ Abzuwarten bis die Bahn selbst ihre Planungen vorlegt, will die ÜWG nicht. „Wir können dann nur noch reagieren“, so Steiger. Die Dorfener sollten selbst im größtmöglichen Umfang über die Zukunft ihrer Stadt entscheiden, so die ÜWG. Steiger hofft daher auf große Unterstützung der Bürger „für ein Dorfen ohne Mauern und Schranken.“

Die ÜWG hält am kommenden Freitag, 25. November, um 20 Uhr in der Bahnhofsrestauration in Dorfen eine Veranstaltung zum Bahnausbau ab. ÜWG-Mitglied Georg Brandhuber wird zur Situation des Bahnausbaus referieren. Wer sich vorab informieren will kann diese im Internet unter www.bahnausbau.de tun.

Anton Renner

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