Bahnausbau? „Wir können nur spekulieren“

Hörlkofen - Eine lebhafte Diskussion entstand in der Gemeinderatssitzung zum Thema Bahnausbau. Fazit: Keiner weiß so richtig, was wird - und wann.

Was gibt es Neues zum Thema Bahnausbau? Bürgermeister Rudi Borgo konnte in der Gemeinderatssitzung am Montagabend dazu nur vage Informationen liefern, weil die Strecke von der Bahn neu überplant werden soll. Gleichzeitig mahnte Borgo, wachsam zu bleiben und die Anliegen der Gemeinde weiterhin ins Spiel zu bringen, damit sie nicht unter den Tisch fallen: „Vor der Planfestlegung sollte die Gemeinde Wünsche formulieren.“ Der Gemeindechef plädierte dafür, sich hier an die bestehende Planung aus dem Jahr 1997 anzulehnen.

Doch einiges soll anders werden. Nach neuestem Sachstand sollen die Züge jetzt mit 160 km/h unterwegs sein, früher sei von 190 km/h die Rede gewesen. Rund 200 Züge sollen täglich den Ort passieren. Schalldämmende Maßnahmen wie leisere Züge und spezielle Lärmschutzwände seien in der Erprobung.

Anton Erl hakte nach: „Wie gehen wir jetzt in die Gespräche?“ „Wie sollen künftig die Bahnübergänge aussehen, werden sie belassen oder gibt es Tunnel-Lösungen?“, war eine weitere Frage. Seit 1997 habe sich einiges geändert, gab Erl weiter zu bedenken und formulierte die Kernproblematik: „Was wollen sie eigentlich bei der Bahn und was wollen wir?“

Wolfgang Behn und Thomas Gneißl forderten ein Treffen des Gemeinderats mit der Bahn, um Grundsätzliches zu klären und so überhaupt in das Vorplanungsstadium eingreifen zu können. Gneißl meinte zum aktuellen Gesprächsverlauf: „Wir sind voll in der Spekulation.“ Der beschrankte Bahnübergang bei Stallering sollte am besten belassen werden, sagte Sepp Stimmer. Es wurde in diesem Zusammenhang auf die Stalleringer Hochwasserproblematik verwiesen, die sich durch einen Tunnel zuspitzen könne.

„Das Wichtigste für mich ist die Staatsstraße“, sprach Vizebürgermeister Franz Bartl die Hörlkofener Ortsdurchfahrt an. Diese Sichtweise teilte Tanja Erdmenger: Die Verkehrslage habe sich durch die Flughafentangente Ost und die A 94 „massiv verschärft und verändert“, erklärte sie.

Ulla Dieckmann war grundsätzlich dafür, als Gemeinde „fordernd aufzutreten“, um etwas zu bewegen. Sie nannte die Barrierefreiheit als wichtiges Kriterium beim Bahnausbau.

Jetzt will man versuchen, einen Fachmann einzuladen, um weitere Informationen zu bekommen. vev

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