Sebastian Bönig ist ab April nicht mehr Betreiber des Ballhauses.

Ballhaus: Sebastian Bönig gibt auf

Erdong - Sebastian Bönig ist ab dem 31. März nicht mehr Betreiber des Ballhaus Erding. Besitzer Dieter Gerlspeck kündigt an: „Es wird weitergehen.“

Der ehemalige Fußball-Profi Sebastian Bönig zieht unter das Kapitel Ballhaus einen Schlussstrich: „Ab dem 31. März wird es das Ballhaus in dieser Form definitiv nicht mehr geben.“ Bönig fasste diesen Entschluss aufgrund der finanziellen Lage der Indoor-Soccerhalle. „Für mich ist das finanziell nicht mehr darstellbar“, begründet er seine Entscheidung. Dennoch sei es ihm schwer gefallen: „Ich habe viel investiert und würde von Herzen gerne weitermachen.“

Für den Besitzer der ehemaligen Tennishalle, Dieter Gerlspeck, kam Bönigs Entscheidung nicht überraschend. „Bönig hat vor etwa einem Jahr von seiner präventiven Kündigungsklausel Gebrauch gemacht“, sagt Gerlspeck. Er habe ihm diese einseitige Option eingeräumt, und akzeptiere seinen Zug, „auch wenn er nicht gerade sportlich war“. Zuletzt bemühte sich Bönig, auch weiterhin das Ballhaus zu führen. „Er war grundsätzlich auch unser erster Ansprechpartner“, erklärt Gerlspeck, „wir sind ihm ohnehin schon sehr entgegengekommen“.

Beruhigen kann Gerlspeck die Erdinger Fußballergemeinde: „Entgegen aller Gerüchte: Wir bleiben für unsere Kunden weiter am Ball.“ Die Frage sei jedoch, mit welchem Pächter der Betrieb fortgesetzt wird: „Es ist völlig offen, wer künftig die Halle betreibt.“ Gerlspeck kündigt zudem an, die Grundstruktur des Ballhauses, das derzeit drei Fußballplätze, zwei Beachvolleyballfelder und eine Gaststätte beherbergt, nicht zu verändern. „Im Winter ist die Halle rappelvoll, die Plätze sind ständig ausgebucht.“

Doch vor allem das Angebot im Sommer bedarf neuer Ideen. „Wir sind bemüht, ein Konzept auszuarbeiten“, sagt Gerlspeck, „und führen zur Zeit Gespräche, wie eine Sommernutzung aussehen könnte“. Generell plant der Unternehmer in Zukunft „mehr sportliche Alternativen anzubieten“. Wichtig sei laut Gerlspeck auch die Gastronomie, und dass die Sportler „danach noch ein Glaserl trinken“. Auch die Übertragungen von Sportereignissen, „die Bönig super gemacht hat“, gehören weiter zum Programm. In Kürze werden Entscheidungen getroffen.

Erst im Oktober 2009 hatte Sebastian Bönig das Ballhaus eröffnet. „Wie es weitergeht, steht in den Sternen“, sagt er. Derzeit trainiert der Fußballer, der zuletzt bei Union Berlin aktiv war, bei den Amateuren des FC Bayern München. Gerlspeck traut Bönig, der eine Lehre als Kaufmann für Bürokommunikation abgeschlossen hat, eine unternehmerische Zukunft zu: „Er ist jung genug, um noch andere Sachen angehen zu können. Dabei wünsche ich ihm alles Gute.“ (lib)

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