Bauernverband warnt: Produktion wird verknappt und verteuert

Niederding - Die Landwirtschaftliche Nutzfläche verringert sich immer weiter. Das verknappt und verteuert die Produktion. Nach dem Motto „Kooperation statt Konfrontation“ regt die Kulturlandstiftung nun die Bildung eines Flächenpools an.

Der Einladung von BBV-Kreisobmann Johann Schwimmer ins Bürgerhaus Niederding folgten unter anderem viele Bürgermeister aus dem Landkreis, die am Konzept für modernes Flächenmanagement interessiert waren. Fakten hierzu stellte Landwirtschaftsdirektor Josef Hartl vom Amt für Ernährung vor.

Von den 2994 landwirtschaftlichen Betrieben im Jahr 1993 existieren derzeit nur noch 2113 Höfe mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 27,81 Hektar. Die landwirtschaftliche Nutzfläche verringerte sich seit 1980 um mehr als 4856 Hektar auf 64 107 Hektar. Jährlich gehen rund 162 Hektar verloren. „Wenn der Landkreis auch ein guter bis sehr guter Produktionsstandort ist“, so Hartls Fazit, „werden Flächenumnutzungen, Ausgleichsflächen und die Energiewende die Produktion verknappen und verteuern“.

Unterstützt vom Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes Oberbayern, Max Weichenrieder, sieht Benno Steiner, Geschäftsführer der Bayerischen Kulturlandstiftung, in einem modernen Flächenmanagement einen Lösungsansatz. Derzeit werde jeder Hektar von vier Funktionsbereichen beansprucht, nämlich zur Nahrungsmittelproduktion, zum Naturschutz, für die Erzeugung nachhaltiger Energie und eben den Infrastrukturmaßnahmen.

Nach dem Motto Kooperation statt Konfrontation müsse am runden Tisch aller Beteiligten ein Flächenpool geplant werden. Im Bereich der Natur könne man produktionsintegrierte Maßnahmen anbieten, mit der Ausgleichsflächen nicht gänzlich der Landwirtschaft verloren gehen. Bei der Energieerzeugung sei die „Vermaisung“ der Landschaft einzuschränken.

Notwendig sei zu all dem die Unterstützung durch einen „Kümmerer oder Gschaftlhuber, weil sich Manager nicht gut anhört“. Dieser könnte unter den Interessengruppen moderieren, wozu er seine Person anbot.

Landrat Martin Bayerstorfer befürwortete in seinem Referat über Gestaltungsmöglichkeiten des Landkreises (Bericht folgt) grundsätzlich mehr Flexibilität bei den Ausgleichsflächen, legte aber auch zur anstehenden Diskussion dar, dass bei Großprojekten kaum Spielraum gegeben ist.

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