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Bayern Batterie geht der Strom aus

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Isen - Aus für ein traditionsreiches Unternehmen in Isen: Die Firma F. X. Mittermaier & Söhne hat Insolvenzantrag gestellt. Betroffen von der Firmenpleite sind über 30 Mitarbeiter. Sie haben seit Monaten keinen Lohn mehr bekommen.

Die Insolvenzwelle im Landkreis schwappt von der Großen Kreisstadt jetzt auch auf den östlichen Landkreis über. Nach der Pleite der Gaststättenbetriebe von Percy Bank und dem geretteten Pflegedienst Christianum in Erding hat es jetzt die Firma Mittermaier in Isen erwischt. Unter der Namen Bayern Batterie steht der Betrieb für Hochtechnologie auf dem Batteriesektor.

Schon seit Jahren kämpft der über 110 Jahre alte Isener Betrieb mit wirtschaftlichen Problemen. Bereits 2008 schrammte die Firma an einer Pleite vorbei. Damals nannte Firmeninhaber Franz Xaver Mittermaier als Auslöser für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten den rasanten Anstieg des Bleipreises, also des Rohstoffes, auf dem die Batterieproduktion basiert.

Für die zuletzt in der Firma tätigen 30 Mitarbeiter kam die Insolvenz zwar nicht unerwartet, aber geschockt sind sie dennoch. Der Altersdurchschnitt der Beschäftigten liegt jenseits der 50. Für sie wird es nicht einfach werden, eine neue Beschäftigung zu finden. Wie ein Mitarbeiter gegenüber der Heimatzeitung berichtete, seien die Auftragsbücher voll gewesen. Es habe aber an Geld gefehlt, Blei für die Batterieproduktion zu kaufen.

Firmenchef Mittermaier zeigte sich gestern zuversichtlich. Gerade im Hinblick auf Photopholtaik sei seine Firma mit Batterien bestens gerüstet. In einem kleineren Rahmen sei ein Fortbestehen des Betriebes daher durchaus möglich. Für seine Mitarbeiter tue es ihm sehr leid, so der Firmenchef. „Das sind lauter super Leute.“

Ob und wie es weitergehen kann bei der Isener Firma, das herauszufinden ist Aufgabe des Insolvenzverwalters. Dazu wurde vom Amtsgericht Landshut Rechtsanwalt Stephan Ammann von der Kanzlei Pluta aus Halbergmoos bestimmt. Er will den Betrieb zunächst in einem Teilbereich fortführen und etwa zehn Mitarbeiter weiterbeschäftigten. „Potentielle Investoren sollen einen lebenden Betrieb vorfinden, keinen toten“, sagt Ammann. Allerdings sei dies auch nur für einen begrenzten Zeitraum möglich. Für den Insolvenzverwalter steht fest: „Das Know-how, wie man Batterien fertigt und die Technologie ist hervorragend. Die Isener Batterien halten deutlich länger als andere - das bestätigen viele große Unternehmen.“ Dass ein eventueller Investor auf Dauer in Isen weiterproduzieren wird, hält der Rechtsanwalt für unwahrscheinlich. Ein wirtschaftlicher Nutzen sei nur in größeren Produktionseinheiten profitabel.

Bereits 2010 hatte Mittermaier das Elektrizitätswerk Isen, dass von der Familie seit 1897 geführt wurde, an die Kraftwerke Haag verkauft. Begründet wurde der Schritt von Mittermaier mit der immer stärker werdenden staatlichen Regulierung auf dem Strommarkt. Insider sahen aber eher finanzielle Gründe für den Verkauf.

1897 hatte Mittermaiers Großvater die erste bayerische Akkumulatorenfabrik in Isen gegründet, seit 1925 wurden Autobatterien hergestellt. Und erst vor wenigen Jahren wurde mit der Hoch-Temperatur-Reifung eine neue Fertigungstechnologie eingeführt. In Fachkreisen bekannt ist das Unternehmen auch für seine Starterbatterien für Oldtimer und Sonderfahrzeuge.

Firmenchef Mittermaier ist in Isen wegen seiner Großzügigkeit beliebt. Der Ehrenbürger und Träger der Ehrenmedaille hat sich stets seiner Heimatgemeinde und seinen Mitarbeitern verpflichtet gefühlt.

Anton Renner

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