Beeindruckt von der Ausstellung: Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bezirksrätin Barbara Kuhn und Bürgermeister Franz Hofstetter (v.l.). Foto: Lang

Bayern – vom Bauernstaat zum High-Tech-Land

Taufkirchen - Was haben der Kampf ums Überleben, Kohle und Staub mit Taufkirchen zu tun“, fragte Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Ausstellungseröffnung „Hartes Brot – Gesundes Leben?“ im Wasserschloss. Die Antwort: Oberbayern ist zwar kein klassisches Industrieland, aber auch in der Vilsgemeinde gab es eine Industriekultur.

Mederer erinnerte an die Zeiten, als die Bahnlinie an Taufkirchen vorbeigeplant werden sollte und sich ein Eisenbahnkomitée gründete, um dies zu verhindern. Die Mehrkosten wollten diese „Bürgerinitiative“, wie man es heute nennen würde, über eine höhere Biersteuer finanzieren. Taufkirchen und das Bier sei ein weiteres Beispiel für Industriekultur. Denn die örtliche Brauerei habe schon sehr früh Ausmaße einer Industrieanlage gehabt. Und auch die Unternehmenskultur von Schlossherr Nico Forster sei Industriekultur im aller besten Sinne, so Mederer. Er dankte dem Investor in Abwesenheit dafür, dass in dem Wasserschloss schon viele entstanden sei.

Die Wanderausstellung über die „Arbeitswelten in Oberbayern von 1830 bis in die Moderne“ habe viel Geduld, Liebe und Engagement über Parteigrenzen hinaus gekostet. Ein Arbeitskreis des Bezirkes habe sie unter Federführung von Barbara Kuhn zusammengestellt, um insbesondere auch den Jüngeren das Leben früherer Generationen wieder etwas näher zu bringen.

Kuhn erklärte, dass Bayern nicht nur von Natur, Königschlösser und Tourismus lebe. Rohstoffmangel habe zwar eine Entwicklung wie an Rhein, Saar und Ruhr verhindert, aber es gab dafür Erfindergeist, Persönlichkeiten wie Carl von Linde, Alexander Wacker, Josef Anton Maffei, Georg Krauss oder Justus von Liebig. Sie alle brachten angesehene Betriebe des Maschinenbaus, der Automobilherstellung, der Elektro-, Chemischen und holzverarbeitenden Industrie hervor. So habe sich Oberbayern vom Agrarland zum High-Tech-Standort gewandelt. Oberbayern sei mittlerweile mit dem Venus Express, der bei EADS in Ottobrunn hergestellt wurde, sogar schon im Weltall vertreten.

Die Ausstellung „Hartes Brot – gutes Leben“ zeigt diesen sozialen und wirtschaftlichen Wandel mit mehreren hundert Bildern und Infotafeln. Die Zeitreise beginnt mit der industriellen Produktion im 19. Jahrhundert und spannt sich über die beiden Weltkriege bis zum momentanen Umbruch. Im Vordergrund steht das Leben der Menschen in seiner Vielfalt. Wiedererkennungseffekte mit dem eigenen Leben und dem der Eltern und Großeltern sind nicht ausgeschlossen.

Die Öffnungszeiten: Die Ausstellung im ersten Obergeschoss des Ostflügels dauert bis zum 14. Juni und ist samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. (mel)

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