Klangerlebnis: dACor im Isener Rathaus. Foto: huber

Benefizkonzert: Singen für die Flüchtlingshilfe

Isen - Beim Auftritt von dACor hat nicht nur klanglich alles gepasst. Auch die Botschaft des Benefizkonzerts im Isener Rathaus - der Spendenerlös geht an die Flüchtlingshilfe Isen - kam an.

Für ihre überzeugende Leistung bekamen die rund 20 Sängerinnen und Sänger begeisterten Applaus und viele Spenden. Dass die hohe technische Qualität von dACor für viele Zuhörer keine Überraschung war, hängt wohl damit zusammen, dass viele Fans im Publikum saßen. Der Isener Chor, der in erster Linie Gottesdienste musikalisch gestaltet und bei Festen auftritt, hat sich vor allem im Osten des Landkreises einen guten Ruf und ein Stammpublikum ersungen.

Den nur gelegentlichen Zuhörer frappiert allerdings, dass der Chor fünf Jahre nach seiner Gründung ein Gesamtbild abgibt, das sich, was Intonation, Klang und Dynamik betrifft, auf sehr hohem Niveau bewegt. Dazu kommt, dass die Lieder, die Chorleiterin Andrea Traber größtenteils für den Chor arrangiert hat, zwar eine Anforderung, aber dank der professionellen Schulung der studierten Musikerin keine Überforderung für die Sänger darstellen. Sauber und wunderschön in den Pianos singen sie die Stücke, die von „Die Gedanken sind frei“ (das im Arrangement von Traber überraschend neu daherkommt) bis zum Beatles Song reichen. Überraschend auch, dass - obwohl nur vier Männer mitgesungen haben - ein rundes Klangbild entstanden ist. Und noch eins überzeugt: das Miteinander der Sängerinnen und Sänger. Auch wenn Andrea Rables ausgebildete Stimme im Duett mit Johannes Schorr klar dominierte, galt der Applaus beiden.

Ein besonderes Händchen hat Traber für die Lieder von Konstantin Wecker, denen der Chor Seele und nötiges Pathos verleiht. Denn die Lieder können und sollen auch als Appell an Mitmenschlichkeit und Empathie verstanden werden. „We get to carry each other“, heißt es in „One“, dem Stück des Musikers Bono, das einer Kampagne für weltweite Armutsbekämpfung den Namen gegeben hat. „Lass de foin in irgendan Arm, und mach d’Arm auf, wenn irgendwer foid“, singt dACor im Wecker-Stück „Inwendig warm“ und bringt die Botschaft des Benefizkonzerts damit auf den Punkt. Der Inhalt des Körbchens, in dem Chor-Vorstand Johannes Schorr am Ende des Konzerts die Spenden einsammelt, zeigt, dass man sich mit den Flüchtlingen solidarisch fühlt.

Anne Huber

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