So soll es aussehen, das Gebäude an der Wartenberger Straße in Berglern.
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So soll es aussehen, das Gebäude an der Wartenberger Straße in Berglern.

„Großer Klotz“ erntet auch Gegenstimmen

„1a Premiumlösung“ für Berglern: Gemeinderatsmehrheit stimmt für Supermarkt-Gebäude

Der Supermarkt für Berglern ist, wie Rathausvize Daniel Helmecke (BBL) in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag meinte, die „1a Premiumlösung mit allem, was wir uns wünschen.“ Für alle Ratsmitglieder galt das wohl nicht, es gab drei Gegenstimmen, eine von Simon Oberhofer, zwei aus den Reihen der Freien Wähler.

VON KLAUS KUHN

Berglern - Oberhofer, der bekanntlich als Bürgermeister den Wunsch des Gemeinderats nach einem mehrgeschossigen Bau mit weiteren Nutzungen und damit der Möglichkeit, Flächen zu sparen, nicht vollzogen und damit am 30. Januar 2020 Schiffbruch erlitten hatte, wandte sich gegen diesen Neubau: „Das ist ein großer Klotz mitten im Dorf. Ich finde es zu groß, das dritte Obergeschoss sprengt den optischen Rahmen.“ Unter Oberhofers Ägide hätte es ein Standardbau eines Lebensmitteldiscounters mit rund 700 Quadratmetern Verkaufsfläche werden sollen.

Was jetzt kommt, sind wie in der Freitagsausgabe bereits berichtet, 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche und damit großflächiger Einzelhandel im Sinne der Baunutzungsverordnung, darauf ein zurückgesetztes Geschoss, das sogar ein Fitnessstudio, Büros und weitere Geschäfte enthalten kann – und darauf ein deutlich kleineres Geschoss für weitere Nutzungen gewerblicher Art. Vergnügungsstätten sind ausgeschlossen, Wohnungen außer für Betriebsleiter auch.

Albert Furtner (FW) gefiel das Flachdach nicht, er sagte aber auch nichts über die bei einem Satteldach zu erwartende Höhenentwicklung, die Oberhofer zum Thema zu machen versuchte. Sogar der Wunsch des Gemeinderats, nicht alle Autos überirdisch zu parken, geht in Erfüllung: Es wird eine Tiefgarage geplant, hauptsächlich für die Nutzungen in den oberen Stockwerken.

Der Vorhabensträger, die Unternehmensgruppe Scharl, ist auch für die Erschließung verantwortlich. Das sagte Planer Franz Pezold, der übrigens auch den ursprünglichen Penny-Discounter geplant hatte. Dazu gehören eine Abbiegespur auf der Wartenberger Straße und eine Querungshilfe in dem Bereich, wo der bestehende Fußweg vom Steg über den Isarkanal einmündet.

Da hakte Christine Kohlschütter (FW) ein, bekannte, dass sie jetzt nur nach „Bauchgefühl“ argumentieren könne: Die Situierung dieser Querungshilfe fand sie etwas unglücklich, weil die Schüler aus Mitterlern die Wartenberger Straße an anderer Stelle überqueren, und die seien nun mal die schutzbedürftigsten Verkehrsteilnehmer. Bürgermeister Anton Scherer (BBL) dankte für diesen Beitrag und sagte zu, dass man sich das noch einmal anschauen werde.

Das ganze Thema war nichtöffentlich vorberaten worden. Das wurde für einige Debattenteilnehmer zum Bumerang, denn sie bekamen nun in öffentlicher Sitzung ihr jetzt anderes Abstimmungsverhalten von diversen Räten um die Ohren gehauen, was Markus Geier (FW) überhaupt nicht in Ordnung fand. Robert Krieger (BBL) zog die Notbremse, stellte einen Antrag auf Beendigung der Debatte und setzte sich damit auch durch. So kam es letztlich zur Abstimmung über den Einstieg in die frühzeitige Behördenbeteiligung und die Beteiligung der Öffentlichkeit.

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