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Alles ausgeräumt: Nichts war mehr zu sehen vom Schießstand der Almenrausch-Schützen in Berglern, als Vorsitzender Nikolaus Fellermeier der Heimatzeitung die Baustelle zeigen wollte. Elf Freiwillige hatten ganze Arbeit geleistet.

Almenrausch Berglern 

Neuer Schießstand für 78 000 Euro

Die Almenrausch-Schützen Berglern setzen bei ihrem Schießstand auf modernste Technik. Für 78 000 Euro wird die Anlage komplett erneuert. Die Arbeiten laufen.

Berglern – Vorsitzender Nikolaus Fellermeier von den Almenrausch-Schützen musste sich bei der Heimatzeitung schon fast entschuldigen: „Arbeitende Freiwillige werden sie nicht mehr antreffen.“ Zugleich aber war er auch unglaublich stolz: „Wenn die Schützen anpacken, dann geht was.“

In der Tat: Elf Freiwillige haben für Tabula rasa gesorgt. Dort, wo vor wenigen Tagen noch Schießbetrieb hätte stattfinden können. „Sie haben die Deckenverkleidung herunter genommen, die Böden rausgerissen, alle Scheiben abgehängt, die Elektrik rausgemacht und alles entsorgt. Ich hätte nicht gedacht, dass wir jetzt schon so weit sind“, erläuterte er im Schein von Bauscheinwerfern auf der Schießanlage, die für 78 000 Euro komplett erneuert wird.

Hintergrund sind nicht nur verschärfte Bestimmungen bei der Abnahme des Standes, sondern auch ein dringender Modernisierungsbedarf: Die alte Seilzuganlage, mit der die Zielscheiben herangeholt und wieder in Position gebracht werden konnten, wird durch eine vollelektronische Trefferanzeige ersetzt. „Wir sehen dann jeden Schuss“, so Fellermeier, der den gewaltigen Kraftakt auch als Investition in die Zukunft ansieht: „Wir haben gute Jugendliche, die trainieren wollen.“ Überdies haben sich die Möglichkeiten beim Schießsport geändert: „Wir haben jetzt auch Dreistellungskampf: Stehend, knieend, liegend. Das ist mit der alten Anlage gar nicht gegangen.“ Jetzt ist das möglich. „Wenn, dann bauen wir das gescheit.“

Aber das geht eben auch gewaltig ins Geld. Der Haushalt 2018 der Gemeinde Berglern enthält einen Zuschuss von 23 000 Euro für die Schützen, die zudem auf Unterstützung von Landkreis und Verband zählen können, aber erst einmal vieles zwischenfinanzieren und darum auch einen Kredit haben aufnehmen müssen. Der Verein will mit örtlichen Handwerkern arbeiten, wenn die Gewerke nicht in Eigenleistungen zu machen sind. „Auf die sind wir auch angewiesen, wenn es um Sponsoring geht“, sagte er.

Im September soll der Regelbetrieb aufgenommen werden, dann ist wieder Schießsaison. Vorher aber muss noch die Standabnahme passieren und ein Probebetrieb laufen. Grund: Die vollelektronische Umstellung hat einen erheblichen Technikeinsatz zur Folge, die Computerprogramme müssen laufen, und die Verantwortlichen brauchen eine umfassende Einweisung. Dafür hat die Technik auch noch andere Möglichkeiten: Weil die Seilzüge durch den ganzen Raum fehlen, können bei eingestelltem Schießbetrieb die Flächen zwischen Gewehr-Ablage und Scheiben für Schulungszwecke genutzt werden. Fellermeier stellt sich vor, dass ein Video-Beamer installiert und eine Wand weiß gelassen werden, damit die Jungschützen theoretischen Unterricht haben können.

Träume von einem Partykeller musste Fellermeier aber gleich begraben: Erstens fehle der zweite Rettungsweg und zweitens sei die neue Schießanlage viel zu teuer: „Ohne Aufsicht geht da gar nichts.“

Die Almenrausch-Schützen müssen in der Bauzeit auf den Schießbetrieb nicht verzichten. Sie sind Gast beim zweiten Berglerner Schützenverein Neu Edelweiß: „Dafür sind wir unheimlich dankbar“, betont Fellermeier. „Wir verstehen uns gut.“

Von Klaus Kuhn

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