Aufschluss über Finanzen und Einwohner 

2017 waren nur 30 Berglerner arbeitslos gemeldet

Berglern – Gemeindedaten des Planungsverbands geben Aufschluss über Finanzen und Einwohner der Gemeinde Berglern. 

Bürgermeister Simon Oberhofer hat in der Vorstellung des Berglerner Haushalts 2019 ziemlich laut und mit drastischen Worten gejammert über die steigende Kreisumlage. Zuvor hatte er jenes Heft des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München verteilt, das die Gemeindedaten 2017 enthält, das aktuelle Erhebungsjahr. Darin enthalten: die mögliche Erklärung für die steigende Kreisumlage.

Laut den Daten des Planungsverbands waren 2017 nur 30 Berglerner arbeitslos gemeldet, darunter 15 Frauen und zwei junge Menschen unter 25 Jahren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort erreichte mit 1495 einen neuen Rekordwert.

Der Planungsverband hat ausgerechnet, dass in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 71,1 Prozent gestiegen ist. Der Kreisdurchschnitt liegt bei 64 Prozent. Und doch ist die Arbeitsplatzdichte mit 88 klar unter dem Schnitt. Der beträgt im Landkreis 321, wobei hier die Gemeinde Oberding mit 1877 die Statistik gewaltig verzerrt.

Mit 200 erreichte die Zahl der Einpendler einen neuen Höchstwert, während die der Auspendler mit 1400 annähernd konstant blieb. 1013 Euro je Einwohner hat die Gemeinde 2017 bei den Gemeindesteuern eingenommen, 119 Euro mehr als im Vorjahr. Diese Steigerung ist klar unter dem Landkreisschnitt von 161 Euro, aber auch hier wird die Statistik verzerrt durch Oberding mit einem Plus von 1701 Euro.

Was die Gewerbesteuer angeht, ist ein echter Sprung zu verzeichnen gewesen: 233 Euro pro Einwohner nach 163 Euro im Jahr 2016 machen einen erheblichen Anteil an den Einnahmesteigerungen aus. Spannend ist der Blick in die Wirtschaft: Der Dienstleistungssektor hat einen regelrechten Einbruch erlebt und ist zeitweise unter die Land- und Forstwirtschaft gefallen, was den Anteil der Beschäftigten angeht. Seit 2017 die Nummer eins sind Handel, Gastgewerbe und Verkehr.

Berglern hat vorsichtig gewirtschaftet und die Schulden auf 771 Euro pro Einwohner abgebaut. Auch bei den Kinderbetreuungseinrichtungen nähern sich die Zahlen von Angebot und Nachfrage nach einem Höchststand von 260 Plätzen im Jahr 2015 wieder an, was der Wirtschaftlichkeit dieser Einrichtungen zugute kommt. Dabei ist das Bevölkerungswachstum mit 15,2 Prozent in den vergangenen zehn Jahren klar über dem Landkreisdurchschnitt mit 9,6 Prozent.

Die Zahl der Geburten hat nach einer Spitze 2016 mit 41 winzigen Berglernern 2017 wieder das Niveau von um die 30 erreicht, wie es Bürgermeister Oberhofer auch für das Jahr 2018 verkünden konnte. Das gibt eine Anfrage an die Schule, denn diese Kinder wollen irgendwann mit Schultüte in dieselbe einrücken, und der Zeitpunkt ist absehbar.

2017 standen 290 Zuzügen 227 Wegzüge gegenüber. Die Differenz nennen Statistiker „Wanderungsgewinne“. Wie immer vermeidet der Planungsverband jede Kommentierung dieser Zahlen, die auch online verfügbar sind. Weil die Homepage des Planungsverbands diesbezüglich etwas unübersichtlich ist, funktioniert der Trick über Google mit dem Suchbegriff „Planungsverband München Gemeindedaten Berglern“.

Klaus Kuhn

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa / HAns Wiedl

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