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Bei der Arbeit an der Töpferscheibe: Christine Bittner mit einem noch nicht fertigen Krug für die Schützen in Walpertskirchen. 

Berglerner Keramikerin hat den Dreh raus

So fertigt Christine Bittner in ihrer Werkstatt Krüge, Ehrenteller und vieles mehr

Wenn der Landrat einen Ehrenteller oder die Schützenvereine Keramik-Krüge überreichen, dann kommen diese aus der Werkstatt von Christine Bittner aus Berglern. Wir haben sie besucht.

Berglern Wenn der Landrat oder einer seiner Stellvertreter mit einem Ehrenteller zu einem Geburtstagsjubilar kommt, die Schützenvereine in Berglern, Walpertskirchen oder von anderswo verdienten Mitgliedern einen Keramik-Krug überreichen, dann kommt dieser aus der Werkstatt von Christine Bittner aus Berglern und ist reine Handarbeit. Wir haben sie besucht.

Die 56 Jahre alte Keramikerin übt ihr Handwerk seit 1983 aus. 1993 kam sie mit ihrem Mann Volker nach Berglern und fand hier ideale Bedingungen vor. Das alte Lagergebäude ließ sich hervorragend als Künstlerwerkstatt und Ausstellungsraum nutzen. Mit viel Fleiß richtete das Ehepaar, das eine Tochter hat, diese Räume her. Im Keller stehen die Töpferscheibe, zwei Brennöfen und der Tisch, an dem die Farben aufgetragen werden.

Mitglied im Kunstverein Erding

Bittner ist Mitglied im Kunstverein Erding, widmet sich nebenbei auch der Malerei und schätzt den Austausch mit anderen Künstlern. Der Speicher ist zu einem Ausstellungsraum geworden, unten in der Werkstatt gibt sie Kurse, allerdings nur für kleine Gruppen.

Beim Töpfern ist Geduld gefragt. Nicht alles gelingt auf Anhieb: „Das ist mein Muster für den Landkreis. Das nehme ich nicht her, das ist zu hell geworden“, sagt Bittner zu einer der Schalen, die dann eben ein zweites Mal gefertigt werden muss.

Viele aufwändige Schritte bei der Krug-Herstellung

Große Freude hat sie, wenn die solchermaßen Beschenkten ihre Arbeit auch zu schätzen wissen. „Es freut mich einfach, wenn die Leute mich grüßen und wissen, von wem das kommt. Einer hat extra ein Gestell gebaut, damit er die Schale vom Landrat aufstellen kann“, erzählt Bittner.

Bis so ein Krug überreicht werden kann, braucht es eine Menge Arbeitsschritte. Zunächst muss der eigentliche Krug gedreht werden. Ist der Ton etwa zäh wie Leder kann er „abgedreht“ werden: Die letzten Unebenheiten verschwinden, dann wird er mit einem Draht von der Töpferscheibe abgeschnitten, umgedreht, und wieder zentriert. Der Rand, auf dem er steht, muss dann seine Form bekommen.

Zwei Brände nötig

„So, und jetzt müssen wir henkeln“, sagt die Künstlerin und formt aus einem neuen Block Ton einen längeren Strang, den sie an der vorher sorgfältig aufgerauten Oberfläche des Kruges schön geschwungen anbringt. Sodann muss der Rohling langsam trocknen, und zwar die erste Woche unter einer Plastikfolie, damit das nicht zu schnell geht. Erst wenn er komplett durchgehärtet ist, kommt der erste Brand. Restfeuchtigkeit im Material ist gefährlich: Sie kann das Stück im Brennofen bei 1000 Grad explosionsartig zerreißen.

Danach kommen Farbgebung und Glasur – und der zweite Brand. Erst dann ist das Kunstwerk fertig und kann dem glücklichen Jubilar oder Vereinsmitglied überreicht werden.

Klaus Kuhn

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