Anna Mayr, stellvertretende Ortsbäuerin von Berglern, organisierte zusammen mit ihrer Nachbarin zum Weltmilchtag eine spontane Klein-Aktion.
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Jetzt die Milch dazu: Am Weltmilchtag gießt sie Valentin Liebl vorsichtig ins Erdbeerpüree, Emma Mayr steht mit dem Pürierstab bereit.

Spontane Klein-Aktion

Weltmilchtag: Frische Erdbeermilch von den Kindern

Anna Mayr, stellvertretende Ortsbäuerin von Berglern, organisierte zusammen mit ihrer Nachbarin zum Weltmilchtag eine spontane Klein-Aktion.

Berglern– Pfingstmontag war Weltmilchtag. Ein entsprechender Hinweis war im Pressedienst des Bayerischen Bauernverbands (BBV) zu finden. Die Anfrage der Heimatzeitung bei Anna Mayr, stellvertretende Ortsbäuerin von Berglern, war allerdings eine Enttäuschung: Keine Aktionen in der Region, auch nach längerem Umhören nicht. Das wurmte Anna Mayr, die zusammen mit Albert Furtner auch Landwirtschaftsreferentin in der Gemeinde Berglern ist, dermaßen, dass sie beschloss, selbst was zu machen – und wenn schon, dann auch was mit Kindern.

Lagebedingt konnte das nichts Großes sein, aber immerhin etwas: „Wir machen Erdbeermilch mit den Kindern. Jetzt ist auch Erdbeerzeit, da passt das wunderbar“, teilte sie wenige Stunden nach der EA-Anfrage mit. Die Erdbeeren stiftete die Familie Liebl aus Thenn (Markt Wartenberg), und in der Küche der Nachbarsfamilie, wo Marianne Liebl – mit den Erdbeerspendern nicht verwandt – das Sagen hat, gingen Emma Mayr (8) und Valentin Liebl (7) ans Werk.

Erdbeeren: 90 Prozent Wasser

Die Mütter hatten zunächst Joghurt und Quark zusammengerührt, die Kinder putzten die Erdbeeren. 250 Gramm der süßen Früchtchen galt es dann zu pürieren, die mit dem Gemisch verrührt wurden. Dazu Gelierzucker, der nicht gekocht werden muss. Abgefüllt in Gläser gibt es einen köstlichen Brotaufstrich, der im Kühlschrank ein paar Tage hält.

Finger abschlecken muss sein: Die Kinder machten genüssliche Gesichter. Vor der ganzen Aktion hatten sie einiges gelesen. Emma wusste: „Erdbeeren bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und richtig guten Vitaminen.“

Milch: Durch erhitzen gehen zehn Prozent der Vitamine verloren

Die Erdbeermilch geht noch einfacher: 500 Gramm Erdbeeren pürierten die Kinder sorgfältig mit dem Pürierstab: „Pass auf! Da sind noch Brocken!“ Es dauerte eine Weile, bis sie mit ihrem Werk zufrieden waren. Anna Mayr zauberte die frische Milch vom eigenen Hof heraus. Es ist Rohmilch, so, wie sie aus dem Euter kommt. Emma: „Durch das Erhitzen gehen zehn Prozent der guten Vitamine kaputt.“ Katharina Liebl holte die Gläser aus dem Schrank, die sie liebevoll mit aufgeschnittenen Erdbeeren verzierte, dazu Strohhalme hinein steckte. Und dann die Gewissensfrage: Muss noch Zucker rein? Valentin plädierte für „etwas Zucker“, Emma fand, das sei nicht mehr nötig, die Erdbeeren selbst seien süß genug. Nach längerem Probieren – das Glas war dann halb leer – fand auch Valentin, dass keine weitere Süße erforderlich sei.

Die Zuckerdose blieb im Schrank, die Kinder saugten selig an den Strohhalmen. Und Anna Mayr machte ein zufriedenes Gesicht. Es sei einfach wichtig, dass der Wert der heimischen Landwirtschaft immer wieder neu ins Bewusstsein gerückt werde. 

Klaus Kuhn

Frische Erdbeermilch

500 Gramm frische Erdbeeren putzen und sorgfältig pürieren, am besten mit dem Pürierstab. Einen halben Liter frische Vollmilch dazu gießen, gründlich verrühren und in Gläser abfüllen, vielleich mit Erdbeeren. Fertig!

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