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Mit der Drehleiter der Feuerwehr holten die Retter Verletzte aus dem verrauchten Dachgeschoss des Hauses. 
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Großübung der Feuerwehr Berglern

Hilferufe aus dem Theaternebel

Groß aufgefahren hat die Feuerwehr Berglern bei einer Großübung am Samstag im Rahmen der Brandschutzwoche: Zwei leistungsfähige Nebelmaschinen haben die Floriansjünger ausgeliehen, um die Gebäude auf der ehemaligen Hofstelle, die heute zu dem großen Geflügelvermehrungsbetrieb in Heinrichsruh gehört, richtig einzuräuchern.

Berglern – Um 15 Uhr ging der Piepser, kurze Zeit später hörte man die Sirenen. Nach und nach rückten die Feuerwehren aus Berglern, Zustorf, Langenpreising, Wartenberg, Gaden und Oberhummel an. Atemschutzgeräteträger waren gefragt, die imposanten Rauchwolken verboten ein ungeschütztes Vorgehen.

Aus diesem Nebel heraus kam eine weibliche Stimme: „Wenn sie dich nicht retten, du warst ein feiner Kerl!“ Schallendes Gelächter quittierte diese Bemerkung. Die Gemeinderätinnen Christine Kohlschütter und Maresa Wimmer hatten sich nicht lange bitten lassen, zusammen mit dem Musiker Michael Voithenleitner, Christian Patts, Rosi Eberl, Ludwig Held, Martina Brandl, Marita Anzinger und Holger Lehmann die Verletzten zu mimen. Darüber hinaus hatte das Vorbereitungsteam noch eine Reihe von Puppen über das Gebäude verteilt, so dass die stattliche Zahl von 15 „Verletzten“ zusammenkam.

Das entsprach der Übungsannahme, die Niederlassungsleiter Mario Möckel der Heimatzeitung erläuterte: „Eine Verpuffung im Werkstattbereich wird angenommen. Der anschließende Brand hat sich dann über die beiden Gebäudeflügel rasch ausgebreitet. Weil gerade Inventur ist, haben sich mehr Menschen als üblich in dem Gebäude befunden.“ Damit war die Aufgabenstellung für den Berglerner Kommandant Alexander Gerbl klar, zugleich aber auch der Bedarf an Personal und Material.

In ihrer Rolle hielten die Schauspieler Schwierigkeiten bereit. „Ich hab’ doch so Höhenangst“, rief einer. Das war ein Thema, denn die Feuerwehrler wollten ihn über die Steckleiter aus dem ersten Obergeschoss bringen, was irgendwann auch gelang. Und schon regten sich die „Verletzten“, die von den Johannitern versorgt wurden, schon wieder auf: „Der Miche geht noch ab, um den kümmert sich niemand!“

Falsch: Der „Verletzte“ Michael Voithenleitner stellte die Rettungskräfte, weil annahmegemäß nicht fähig, sich selbst zu rühren, vor eine echte Herausforderung: Auf dem Spine-Board, einer speziellen Trage, war er fast nicht die Leiter hinunterzubringen. Also rüsteten die Aktiven die Drehleiter aus Wartenberg entsprechend um, und dann hatte auch Voithenleitner bald wieder festen Boden unter den Füßen.

70 Minuten nach dem Alarm waren alle „Verletzten“ an der Sammelstelle, die Schläuche wurden eingerollt. Auch eine starke Gruppe der Jugendfeuerwehr um Betreuerin Barbara Crichton hatte ihre Feuertaufe bestanden. Zeit für eine erste Bilanz. Bürgermeister Simon Oberhofer lobte die kurze Ausrückezeit, die hohe Personalstärke und das konzentrierte Arbeiten der Freiwilligen. Seine Einschätzung deckte sich mit der der Fach-Beobachter. Josef Allwang von der Feuerwehr Wartenberg waren nur ein paar Kleinigkeiten aufgefallen. „Wenn man was finden will, dann findet man immer was“, winkte er ab.

Klaus Kuhn

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