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Josef Eberl bezweifelt, dass sich die Gemeinde die Sanierung leisten kann.

Hitzige Diskussion in Berglerner Bürgerversammlung

Konzeptlos beim Kratzerwirt?

Was wird mit dem Kratzerwirt geschehen? Die Gemeinde möchte das Gebäude zum Bürgerhaus umbauen. Mit dieser Idee können sich aber nicht alle Bürger anfreunden.

Berglern – Der Kratzerwirt und seine Sanierung ist eines der umstrittensten Projekte in der Gemeinde Berglern. Das Vorhaben, das nach ersten Architektenschätzungen rund sechs Millionen Euro kosten wird, wovon 60 Prozent als Förderung durch den Freistaat Bayern gezahlt werden, wurde zu einem der beherrschenden Themen in der Bürgerversammlung im Sportheim.

Wie berichtet, gibt es ein erstes Grobkonzept, aus dem Gebäude ein Bürgerhaus zu machen mit einem Saal für Veranstaltungen, einer kleinen Gastronomie und Räumen für Vereine. An diesem wird weiter gefeilt, und in seinem Bericht machte Bürgermeister Simon Oberhofer deutlich, dass er die genannten Summen schon als eine „Hausnummer“ ansehe.

Josef Eberl: Gemeinde kann sich das nicht leisten

Das sei aber das Projekt, das der Gemeinderat weiter prüfen wolle. Es gehe natürlich auch um die Wirtschaftlichkeit, so der Bürgermeister, der mangels neuer Fakten auch nicht weiter in die Details einsteigen wollte oder konnte. Die vom Architekten Udo Rieger vorgeschlagene Nutzung hatte sich bereits daran orientiert, was am höchsten gefördert wird.

In die Details ging dann aber gegen Ende der Diskussion vor allem Krieger-Vorsitzender Josef Eberl, der durchblicken ließ, dass er nicht an die sechs Millionen glaube, und dass die Gemeinde sich das aus seiner Sicht auch gar nicht werde leisten können. Die Stärke des Beifalls machte deutlich, dass er mit dieser Meinung nicht allein war. Im Gegenteil: Einige andere äußerten sich danach ähnlich, bis zu der Behauptung, dass es gar kein Konzept gebe.

Kratzerwirt historisch bedeutsam für die Gemeinde

Oberhofer hörte sich das alles an, sagte dann aber zunächst nichts. Das tat dann Vizebürgermeister Otmar Lerch, der die Behauptung vom fehlenden Konzept zurechtrückte und sich leidenschaftlich dafür einsetzte, sich das genau anzuschauen und dann zu entscheiden. Auch er erhielt ähnlich starken Beifall.

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Oberhofer machte deutlich, dass das Thema „Kratzerwirt“ letztlich eines des Gemeinderats sei. „Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen“, distanzierte er sich vorsichtig. Die Untersuchungen hätten jedenfalls ergeben, dass das Gebäude saniert werden könne und auch erhaltenswert sei. Lerch stieg tiefer ein und hob die historische Bedeutung des Kratzerwirts für die Gemeinde heraus.

Den Gedanken aus der Bürgerschaft, das Gebäude abzubrechen und dort Sozialwohnungen zu errichten, verfolgte Oberhofer nicht weiter. Er verwies auf das kommunale Projekt an der Bürgermeister-Strobl-Straße, das jetzt nach dem Wechsel im Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft intensiv weiterverfolgt werden könne.

Klaus Kuhn

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