Eigentlich war für heute ein Festakt geplant, der abgesagt werden musste. Vor 90 Jahren wurde das Kriegerdenkmal gebaut, mitten in der Weltwirtschaftskrise.
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90 Jahre alt: An einem zentralen Platz bei der Schule steht Berglerns Kriegerdenkmal, an dem noch heute Gedenkfeiern zum Volkstrauertag stattfinden, wenn sie nicht pandemiebedingt entfallen müssen.

Vor 90 Jahren entstanden

Berglerner Kriegerdenkmal: In der Hochzeit der Weltwirtschaftskrise gebaut

Eigentlich war für heute ein Festakt geplant, der abgesagt werden musste. Vor 90 Jahren wurde das Kriegerdenkmal gebaut, mitten in der Weltwirtschaftskrise.

Berglern – Eigentlich hätte es an diesem Montag einen offiziellen Festakt geben sollen, auf den aber aufgrund der aktuellen Lage verzichtet wird: Das Kriegerdenkmal in Berglern ist dann 90 Jahre alt. Am 1. Juni 1930, also in dem Jahr, in dem die NSDAP zweitstärkste Kraft im Reichstag wurde und damit Deutschland und die Welt ein Stück näher an den Zweiten Weltkrieg rückte, wurde es eingeweiht.

Der Gemeinderat hatte im Juni 1929 den Bau einer Kapelle als Denkmal beschlossen. Keine Selbstverständlichkeit in der Hochzeit der Weltwirtschaftskrise, wie Bürgermeister Anton Scherer in einer Pressemitteilung betont. Das Material, das er den Medienvertretern bereit gestellt hat, kommt von Altbürgermeister und Ehrenbürger Herbert Knur, dessen Mutter damals dabei war.

Kriegerdenkmal Berglern: Ein großes Gemeinschaftswerk

Heute ist – abweichend von einer Information Knurs – der Bau als Denkmal eingetragen: „Das Bauwerk wird heute vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal ,Kriegergedächtniskapelle, oktogonaler Zentralbau mit Zeltdach und Portikus’, geführt.“ So hat es die Gemeindeverwaltung herausgefunden.

Treibende Kraft hinter dem Projekt war der damalige Vorsitzende des Krieger- und Veteranenvereins Josef Steinberger. Der Münchener Bildhauer Franz Rogg gestaltete das Bild im Innern: Eine Pieta mit dem sterbenden Krieger. Die Tafel über dem Eingang, die zunächst den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet war, musste bekanntlich schnell ergänzt werden um die Nennung derer, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Angesichts der Verbrechen der Wehrmacht mutet der Begriff „Helden“ für manche vielleicht etwas spröde an, ist aber der Entstehungszeit geschuldet. Der Bau selbst, hat Herbert Knur heraus gefunden, erwies sich als ein großes Gemeinschaftswerk, bei dem viele Bürger mit Hand- und Spanndiensten mitwirkten und die Kosten auf 5414,17 Mark zu begrenzen halfen. 

Klaus Kuhn

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