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Ihrem Ärger Luft gemacht haben Sylvia Lindner (l.) und Annemarie Maier.

Landrat will reagieren

Wütende Mütter beschweren sich: Schulbus lässt Kinder einfach auf der Straße stehen

In der Berglerner Bürgerversammlung kritisieren Mütter Missstände bei der Beförderung ihrer Kinder. „Den Letzten beißen die Hunde“, klagte Annemarie Maier.

Berglern – Gewaltiger Ärger herrscht in Berglern mit den Buslinien nach Erding, etwa ans Gymnasium. Diesen Frust haben in der gut besuchten Bürgerversammlung am Donnerstag im Sportheim vor allem Sylvia Lindner und Annemarie Maier rausgelassen. In Mooslern komme es immer wieder vor, dass der Bus einfach durchfahre. Verstärker? Fehlanzeige. Die Folge: „Bei uns haben dann die Großeltern die Kinder in die Schule gefahren.“ Das mussten aber schon zwei Autos sein, weil sieben Kinder betroffen gewesen seien.

So etwas komme immer wieder vor, und die Kinder kämen deswegen viel zu spät in die Schule. Erst am Montag sei wieder kein Bus gekommen, berichtete Lindner. Und wenn, dann seien die Busse heillos überfüllt. „Den Letzten beißen die Hunde“, klagte Annemarie Maier. Die Kinder würden an die Tür gedrängt. „Wenn die Tür aufgeht fliegen die raus“, berichtete sie. „Bei Tieren schaut man, dass die human befördert werden, aber die Schüler werden reingepfercht.“ Lebhafter Beifall zeigte, dass sie mit dieser Meinung nicht allein war.

Bei Landrat Martin Bayerstorfer waren die beiden Mütter an der richtigen Adresse. Er zog sichtlich verstimmt die Augenbrauen hoch und bat die Eltern, im Landratsamt anzurufen. Dass Kinder stehen gelassen werden, gehe gar nicht. „Die müssen einen Verstärker bringen“, sagte er.

Sie hätten sehr wohl im Landratsamt angerufen, berichteten die Mütter, aber da habe man auf das Busunternehmen verwiesen. Bei der an der Haltestelle angegebenen Nummer gehe aber niemand ran. Das helfe also auch nicht. Bayerstorfer wurde noch einmal verstimmter, dann aber sehr bestimmt: Er nannte den Namen er zuständigen Mitarbeiterin im Landratsamt. Diese Abteilungsleiterin kümmere sich darum, versprach er. Solche Beschwerden dem Landratsamt mitzuteilen, sei absolut richtig, denn: „Wir brauchen das Material, wir brauchen die Beweise.“

Den Grund nannte er auch: Die Strecken würden ja irgendwann neu ausgeschrieben, und derart negative Erfahrungen würden dann eine Rolle spielen, wenn sie dokumentiert seien. Ausdrücklich kündigte der Kreischef an, dass das Landratsamt diesen Beschwerden intensiv nachgehen werde. So könne das nicht bleiben.

Im Gemeinderat haben die beiden Mütter offene Türen eingerannt: Am Rand der Versammlung war aus dem Gremium zu erfahren, dass es schon seit Jahren negative Erfahrungen gerade mit dieser Linie gebe. 

Klaus Kuhn

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