Der Spielplatz an der Ringstraße in Berglern muss erneuert werden. In der Hauptausschusssitzung brachte Gemeinderat Markus Geier einen Spielplatzverein ins Gespräch.
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Ein Verein für den Spielplatz? Der Spielplatz in der Ringstraße in Berglern jedenfalls gehört gründlich überarbeitet, die Bevölkerung soll dabei ein kräftiges Wort mitreden.

Vorschlag von Markus Geier

Löst ein Spielplatzverein Berglerns Probleme?

Der Spielplatz an der Ringstraße in Berglern muss erneuert werden. In der Hauptausschusssitzung brachte Gemeinderat Markus Geier einen Spielplatzverein ins Gespräch.

Berglern– Not macht erfinderisch, und die Berglerner machen gerade die Erfahrung, dass die aktuelle Krise auch schöpferisch sein kann. So steht nun der Vorschlag im Raum, einen „Spielplatzverein“ zu gründen. Er kommt von Gemeinderat Markus Geier (FW), der sich von der Zuhörerreihe aus mit diesem Gedanken in die Debatte des Hauptausschusses, dem er formal nicht angehört, einschaltete. Das Gremium reagierte interessiert.

Es ging gerade um den Spielplatz in der Ringstraße, der einer Erneuerung bedarf. Hierzu gibt es laut Bürgermeister Anton Scherer (BBL) zufolge einen alten Beschluss, die umliegende Bevölkerung einzubinden.

Die Vorschriften werden immer enger

Das ist nicht das erste Mal, dass die Gemeinde Berglern mit dieser Bürgerbeteiligung gute Erfahrungen gemacht hat. Ausschussmitglied Albert Furtner (FW), schon beim Thema „Toilettenhaus“ ein energischer Verfechter von „Do it Yourself“, wollte auch beim Spielplatzbau die Bürger stärker beteiligen.

Der Gedanke kam zunächst recht gut an, weil das eine ganz andere Identifikation der Bürger mit ihrem Spielplatz bewirke. Aber da gibt es die großen Themen TÜV und Gewährleistung – und da spielen die Behörden nicht recht mit, weshalb auch der Gemeindechef enorm vorsichtig blieb. Furtner reagierte heftig enttäuscht: „Das ist doch früher auch gegangen. Da ist das Leben nicht mehr schön“, maulte er und erntete dafür viel Verständnis. Die Verwaltung musste hier die Spaßbremse geben: „Die Vorschriften werden halt immer enger.“

In dieser Lage kam nun Geier mit seiner neuen Idee, denn ein eingetragener Verein kann eben auch etwa Gewährleistungsansprüche geltend machen. Scherer: „Ich nehme das gern mit. Wenn das machbar ist, ist das eine gute Sache.“

80 000 Euro für den Spielplatz Ringstraße

Nun sind alle guten Ideen erfahrungsgemäß irgendwo geklaut. Auch Geier hat hier das Rad nicht neu erfunden. So gibt es beispielsweise in Dortmund einen „Verein zur Förderung von Spiel- und Freizeitanlagen für Kinder und Jugendliche“, der damit breiter aufgestellt ist – etwa für eine Dirt-Bike-Anlage, die in Berglern auch Thema ist. Dessen Satzung ist online gestellt, und so heißt es zum Vereinszweck in Dortmund: „Der Verein hat die Aufgabe, im Stadtgebiet Dortmund die Errichtung von Spiel- und Freizeitanlagen durch Anregungen, Vorschläge und durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln zu fördern und zu unterstützen.“

Im schwäbischen Schorndorf gibt es einen „Spielplatzverein“, der sogar Freizeitangebote für Kinder macht, die in Berglern zum Ferienprogramm gehören. Geier könnte also etwas richtig Großes losgetreten haben, wenn sein Vorschlag von der Bevölkerung aufgegriffen wird. Der Hauptausschuss, der hier „nur“ den Etat 2020 zu beraten hatte, beließ die 80 000 Euro für den Spielplatz an der Ringstraße im Haushalt.

Klaus Kuhn

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