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Irgendwo muss das Wasser hin in Berglern. Möglich wäre eine Einleitung in die Sempt – aber auch teuer. (Symbolbild.)

Sempt-Einleitung, Versickerung, Ententeich

Berglern: Wohin mit dem Oberflächenwasser?

In Berglern müssen die Straßen entwässert werden. Doch die Lösung, eine Sempt-Einleitung, ist teuer. Wie geht es nun weiter?

BerglernEinigermaßen erschrocken haben große Teile des Berglerner Gemeinderates auf die neue Kostenschätzung für die Straßenentwässerung in der Freisinger Straße, am Bergweg und an dem Dreieck in Glaslern reagiert. Jetzt ist von 236 000 Euro die Rede, eine Steigerung um gut 60 Prozent.

Nachdem das im Februar angeforderte Bodengutachten jetzt vorliegt, konnte das von der Gemeinde beauftragten Planungsbüro konkreter werden, was die Sanierung der Straßenentwässerung in der Freisinger Straße angeht. Das Ergebnis war ernüchternd: Der Boden ist zwar durchaus versickerungsfähig, aber das Grundwasser steht 1,3 Meter unter der Oberfläche an, sodass es technisch nicht möglich ist, anfallendes Oberflächenwasser vernünftig und den allgemeinen Regeln der Technik entsprechend in den Untergrund abzuleiten. Carola Gürtner-Vogt vom Ingenieurbüro, das die Planung für Berglern erarbeitet, hatte darum im Grunde von vorn anfangen müssen.

Oberflächenwasser direkt in die Sempt?

Jetzt konnte sie nach Besprechungen mit dem Wasserwirtschaftsamt dem Gemeinderat den Vorschlag unterbreiten, das Oberflächenwasser direkt in die Sempt abzuleiten. Die Zustimmung der Behörde sei signalisiert worden, teilte sie mit.

Ob die Einleitung in die Sempt allerdings technisch funktioniert, muss noch geklärt werden. Albert Furtner jedenfalls bezweifelte, dass eine solche Lösung von der Topografie her machbar ist. Und es würde teurer. In der Januar-Sitzung hatte die Planerin noch von Kosten von rund 145 000 Euro gesprochen. Jetzt bezifferte sie die Ausgaben mit 236 000 Euro. Zwar ließ sich davon wegen der überraschenden Zusage des Wasserwirtschaftsamt noch etwas abziehen, aber die Tendenz bleibt. „Wahnsinn“, sagte Christine Kohlschütter. Geprüft werden soll jetzt, ob diese Lösung überhaupt machbar ist.

Zwei Lösungsvorschläge für den Bergweg

An der Einmündung des Bergwegs in die Eittinger Straße konnte die Planerin dagegen eine mit 15 000 Euro deutlich günstigere Lösung vorschlagen. Allerdings musste sie auch hier Einschränkungen machen. Sie könne eine 100-prozentig sichere Funktion dieser Rinne mit einer Versickerungsmöglichkeit nicht garantieren.

Am Bergweg fallen nach ihrer Darstellung deutlich weniger Wassermengen an. Die große Lösung mit einer Ableitung in die Sempt würde mit 210 000 Euro eine ähnliche Dimension annehmen wie in der Freisinger Straße.

Der Gemeinderat ging angesichts dieser Kosten erst einmal auf die kleine Lösung zu, zumal Gürtner-Vogt versicherte, dass sich die Kommune damit die große Lösung nicht verbaue. Kohlschütter bestand darauf, dass mit dem hauptsächlich betroffenen Grundstückseigentümer noch intensive Gespräche zu führen seien.

Ententeich in Glaslern

Bei Glaslern war das Thema deutlich schneller vom Tisch. Hier gibt es an der Erdinger Straße eine Buswendemöglichkeit, in deren Mitte für vergleichsweise wenig Geld die Möglichkeit geschaffen werden kann, überschüssiges Oberflächenwasser dem Untergrund zuzuführen. Es reichen einige gestalterische Maßnahmen, die bei entsprechender Ausführung sogar eine optische Verbesserung bedeuten, so die Planerin. In einem Zwischenruf war gar von einem Ententeich die Rede.

Kritik an der Verwaltung wegen der langen Zeit, die sich der Gemeinderat mit diesem ärgerlichen Thema jetzt schon befassen muss, gab es in dieser Sitzung nicht. Zu deutlich wurde, dass die Verwaltung die Verzögerungen bei der Bearbeitung nicht zu vertreten hat. Warum allerdings ein Bodengutachten so viele Monate braucht, das konnte auch die Planerin nicht erklären.

Klaus Kuhn

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