Albert Furtner (FWG) hat eine eigene Verwaltung für Berglern vorgeschlagen.
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Albert Furtner (FWG) hat eine eigene Verwaltung für Berglern vorgeschlagen.

VG-Chef Straßer: Im Bauamt ist immer was los

Berglern raus aus der VG? Furtner erntet Kritik für seinen Vorschlag

„Der kann gern reinkommen, ein Praktikum machen. Wir nehmen den gern auf“: Josef Straßer (FW) ist Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wartenberg, und sein Angebot richtet sich an den Berglerner Gemeinderat Albert Furtner (FW). Der würde am liebsten Berglern aus der VG mit Wartenberg und Langenpreising herauslösen und eine eigene Verwaltung für seine Gemeinde aufbauen.

Berglern/Wartenberg - In einem Schreiben an unsere Zeitung hatte er vergangene Woche vehement Kosten und Nutzen des Bauamts der VG hinterfragt. Hintergrund war der kürzlich abgelehnte Haushalt der VG (wir berichteten). Auch in der Berglerner Gemeinderatssitzung gab es Kritik an Furtner, der seinen Standpunkt verteidigte.

Straßer ist sich sicher: Würde Furtner sein Angebot annehmen, hätte er gut zu tun: „Es ist wirklich rund um die Uhr was los.“ Straßer listet im Gespräch mit unserer Zeitung auf: 140 Bauanträge, 200 verkehrsrechtliche Anordnungen, 50 Bauleitverfahren, 30 Projekte. Berglern habe erst in der jüngsten Sitzung drei Bauleitverfahren neu angeleiert: der vorhabenbezogene Bebauungsplan für den Supermarkt, eine Änderung des Flächennutzungsplans und eine Änderung eines Bebauungsplans, letztere zwei im Parallelverfahren.

Straßer, auch Bürgermeister von Langenpreising, ist aber noch nicht fertig: „Das ganze Beitragswesen läuft hier über das Bauamt. Das ist der schlechteste Job überhaupt. Aber der muss gemacht werden, sonst kommt kein Geld rein.“ Genauso richtig sei es auch, dass es in kaum einem Rechtsgebiet mehr Widerspruchsverfahren gebe, die verwaltungsmäßig abgearbeitet werden müssten. Die Überwachung der laufenden Vorhaben müsse auch erledigt werden.

Straßer ist noch bestens bekannt: Die Supermarktpläne, die in Langenpreising einmal verfolgt wurden und am Wartenberger Widerstand gescheitert waren, hatten damals eine ähnliche Debatte ausgelöst. Da war Straßer Vize-Bürgermeister. Jetzt, als VG-Chef, hat er noch mehr Überblick. „Wenn ich eine eigene Verwaltung habe, brauche ich rund zehn Leute und ein Rathaus. Dass das billiger wird glaube ich nicht.“ Dazu komme, dass eine größere Verwaltung krankheits- oder urlaubsbedingte Ausfälle leichter auffangen könne. Berglern habe nicht einmal ein Gebäude, in dem eine eigene Verwaltung untergebracht werden könnte.

Im Gemeinderat musste sich Furtner einiges anhören, zumal er das erst kürzlich verstärkte Bauamt als den Kostentreiber bei der VG-Umlage herausgestellt hatte. Bürgermeister Anton Scherer (BBL) nahm die Verwaltung im Wartenberger Rathaus in Schutz: „Das ist auch ihr gegenüber nicht fair“, kritisierte er. Die ständige Mehrung der Aufgaben hatte schon Geschäftsleiter Werner Christofori mehrfach betont.

Furtner versuchte, seinen Vorstoß mit Hinweis auf die Gemeinde Fraunberg zu verteidigen, die die VG Wartenberg verlassen hatte. Straßer dazu: „Das haben die gemacht, als das noch gegangen ist. Aber die haben ja auch ihre neun Leute im Rathaus, die bezahlt werden müssen.“ Furtner blieb bei seiner Meinung: „Die Zahlen zur Steigerung bei der VG-Umlage, die sind einfach da.“ Im noch nicht genehmigten Entwurf des VG-Haushalts steht eine Umlage von 239,50 Euro pro Einwohner. Zum Vergleich: Bei der Nachbar-VG Steinkirchen ist man mit 260 Euro dabei.

Klaus Kuhn

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