Geldscheine
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Rund 100 000 Euro fehlen in Berglern für die gesetzliche Mindestzuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt.

„Es ist in dieser Zeit schwer, dass man vorausschaut“

Berglern: Unsicherheiten im Haushalt 2020 – Neue Kredite

Der Haushalt in Berglern bereitet den Gemeinderäten Kopfschmerzen: Zu große Unsicherheiten gibt es coronabedingt. Es müssen neue Kredite her.

Berglern – Die erste Sitzung des Berglerner Hauptausschusses war nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig: Der Haushalt 2020 ist bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Krise nicht nur unerfreulich von den Zahlen her, sondern auch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Die zentrale Aussage: Es fehlen rund 100 000 Euro für die gesetzliche Mindestzuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt.

Aktuell müssen etwas über zwei Millionen Euro an neuen Krediten aufgenommen werden. Allein 1,55 Millionen Euro davon sind heuer erforderlich für den geplanten Neubau von sechs Sozialwohnungen an der Bürgermeister-Strobl-Straße.

Im Verwaltungshaushalt gibt es keine Luft mehr

Wo auch immer das Gremium den Hebel ansetzte, es war einfach nicht mehr drin. Und an der Steuerschraube drehen wollte keiner. „Natürlich ist es in dieser Zeit schwer, dass man vorausschaut“, sagte Bürgermeister Anton Scherer (BBL). Man sei spät dran, normalerweise solle ein Haushalt zum Ende des Vorjahres stehen. Aber jetzt habe man den Vorteil, dass gewisse Tendenzen wenigstens schon absehbar seien.

Im Verwaltungshaushalt – wo das Geld eben fehlt – gibt es keine Luft mehr. Zu viel ist schon zu oft geschoben worden, etwa in der Schule, wo die sanitären Anlagen zum Sanierungsfall werden. Auch im Eingangsbereich sollte eine energietechnische Sanierung erfolgen. Daniel Helmecke (BBL) mahnte an, dass sich der Rat alle sanitären Anlagen mal näher anschauen sollte.

Dach der Turnhalle muss saniert werden

Vieles im Vermögenshaushalt konnte zusammengestrichen werden, weil das Jahr fast schon halb rum ist und eigentlich geplante Investitionen heuer mit einiger Sicherheit nicht mehr kassenwirksam werden. Das gilt vor allem für die geplanten Investitionen an der Schule und der Turnhalle. An letzterer soll und muss das Dach saniert werden.

Schon die Fristen für die Ausschreibungen, die Planungen und weiteres lassen es unwahrscheinlich erscheinen, dass heuer noch die Rechnungen bezahlt werden müssten. So arbeitete der Ausschuss verstärkt mit Verpflichtungsermächtigungen, um die Verwaltung handlungsfähig zu halten.

Neues Feuerwehrhaus soll 5,5 Millionen Euro kosten

Die großen Posten stehen bei den Steuereinnahmen, und hier sprach Scherer von „einem Rätselraten“. Dieses Wort verwendete der Bürgermeister mehrfach und kennzeichnete damit die bestehenden Haushaltsrisiken.

5,5 Millionen Euro wird wohl das neue Feuerwehrhaus kosten. Auf der Einnahmeseite stehen Grundstücksverkäufe im Gewerbegebiet in Glaslern, wo noch zwei Parzellen frei sind, die jetzt auf den Markt gebracht werden können, nachdem die Archäologen die Fläche untersucht haben. Für eine Überraschung sorgte die Verwaltung beim Thema Toilettenhäuschen, wo im aktuellen Etat eine Null steht. Prompt kam die Frage auf, ob das Projekt ganz gestorben sei. Ist es nicht, hierfür sind Haushaltsreste in den Vorjahren gebildet worden. „Die sollten ausreichen“, so Scherer.

Informationsbedarf hat das Gremium, was die Sozialwohnungen an der Bürgermeister-Strobl-Straße angeht. 2,3 Millionen Euro werden hier insgesamt investiert, und der Bürgermeister warb dafür, die Beschlüsse des Vorgängergremiums auch zu respektieren. 

Klaus Kuhn

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