Bald Realität sein dürfte der Supermarkt mit Büros an der Wartenberger Straße in Berglern.
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Bald Realität sein dürfte der Supermarkt mit Büros an der Wartenberger Straße in Berglern.

Projekt im Gemeinderat vorgestellt – Baubeginn 2022?

Supermarkt, Büros und Praxen auf vier Etagen: Das sind die großen Pläne von Berglern

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Es ist ein bemerkenswertes Projekt: Das Supermarktgebäude in Berglern soll vier Etagen zählen. Die Pläne wurden nun im Gemeinderat vorgestellt.

Berglern – Seit Jahren ringt die Gemeinde Berglern darum, die Nahversorgung ihrer gut 3000 Einwohner zu verbessern. Derzeit gibt es nur einen Bäcker und einen Gemüsestand. Der Metzger hat den Ort verlassen, der Geldautomat wurde abmontiert, der Rollende Supermarkt des BRK war nur ein sehr kurzes Kapitel. In seiner Sitzung am Donnerstagabend brachte der Gemeinderat ein Projekt ein bedeutendes Stück voran, das weit über den Ort hinaus strahlen dürfte.

Der Bebauungsplan für einen Supermarkt mit drei Büro- und Praxisgeschossen geht nach der Planvorstellung nun ins Anhörungsverfahren. Entwickelt wird der Komplex von Adrian Scharl, Geschäftsführer der Haus- und Grundbesitzverwaltung Scharl GmbH mit Sitz in Erding. Er realisiert derzeit an der Eittinger Straße ein zweiteiliges Wohnungsbauprojekt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sprach Bürgermeister Anton Scherer von einer „wichtigen Weichenstellung“. Nach Jahren des Bemühens dürfte ein Vollsortimenter die Versorgung der Berglerner bald deutlich verbessern. Der Supermarkt – die Rede ist von einem der beiden großen Handelsketten Rewe und Edeka – bildet das Herzstück.

Im Erdgeschoss will Scharl zudem eine regionale Metzgerei, eine Bäckerei mit gastronomischem Freisitz, eine Apotheke und einen Geldautomaten unterbringen. Auch eine Paketstation sowie ein Abhol-Terminal für Lebensmittel sind vorgesehen. Scharl und Scherer berichten, dass man mit diversen Anbietern in „guten Gesprächen“ sei, erste Verträge seien faktisch unterschriftsreif.

Bedeutsam ist das Vorhaben über Berglern hinaus, weil es eines der ersten Supermarkt-Gebäude in der Region ist, das gleich zwei Ober- und ein Staffelgeschoss aufweist. „Wir kommen dem Anspruch nach, möglichst flächensparend zu bauen“, erklärt Christian Brunner vom Erdinger Ingenieurbüro ABB. Die 2000 Quadratmeter sind nach den Worten Scharls variabel nutzbar. Scherer hält hier Büros oder Praxen für möglich. „Es wird sich jedenfalls um nicht-störendes Gewerbe handeln. Spielcasinos wird es definitiv nicht geben“, sagt der Investor. Wohnungen seien ebenfalls nicht vorgesehen, eine Betriebsleiterwohnung wäre aber möglich – „wenn wir sie brauchen“, so Scharl.

Bei den Büros denkt Brunner an den Flughafen und den dort im Bau befindlichen Innovationsstandort Lab Campus. „Es besteht auch hier die Möglichkeit für Start Ups, Räume anzumieten.“

Scharl hat das 7000 Quadratmeter große Grundstück zu Jahresbeginn von der Gemeinde erworben und vom Gemeinderat den Zuschlag zur Umsetzung erhalten.

Für Scherer ist es die Entwicklungsfläche Nummer eins in Berglern. Das Areal liegt verkehrsgünstig an der Wartenberger Straße und nahe der Verbindung nach Mitterlern, dem größten Ortsteil. Auch das neue Feuerwehrhaus soll nach Angaben Scherers hier gebaut werden.

Zwei Zufahrten sind vorgesehen, der Bürgermeister will mit dem Straßenbauamt über einen Zebrastreifen über die Wartenberger Straße verhandeln.

Geplant sind 108 oberirdische Stellplätze auf wasserdurchlässigen Rasenfugensteinen und weitere 31 in einer Tiefgarage. Die Stellplätze sind laut Brunner breiter als die Norm, „damit es hier nicht so eng zugeht“. Der Lieferverkehr wird nach seinen Worten so an die Seite des Komplexes gelegt, „dass weder Kunden noch das äußere Erscheinungsbild beeinträchtigt werden“.

Zum Zeitplan erklärt Bürgermeister Scherer: „Ich bin optimistisch, dass der Bebauungsplan im Herbst in Kraft treten kann.“ In diesem Fall, so kündigt Scharl an, „wollen wir im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2022 mit dem Bau beginnen“. Die Kampfmitteluntersuchung hat bereits stattgefunden, als Nächste werden die Archäologen anrücken.

Bürgermeister Scherer richtet den Blick schon darüber hinaus. „Ich bin froh, wenn die Berglerner zum Einkaufen endlich nicht mehr bis nach Erding oder Wartenberg fahren müssen“, sagt er.

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